Mai Dong — Schlangenbart–Wurzel
Mai Dong — die Wurzelknolle des Schlangenbartes — ist eines der wichtigsten Yin–nährenden Kräuter der TCM. Seit über 2000 Jahren wird es im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel der oberen Klasse geführt.
Mai Dong befeuchtet die Lunge, nährt das Magen–Yin und beruhigt den Geist — besonders bei trockener Lunge, Durst und innerer Unruhe durch Yin–Mangel.
Wirkung aus TCM–Sicht
Mai Dong nährt das Yin von Lunge, Magen und Herz. Es befeuchtet die Lunge bei Trockenheit — besonders bei Yin–Mangel mit zähem, spärlichem Schleim. Im Magen erzeugt es Körperflüssigkeiten und wirkt auf Durst sowie Mundtrockenheit. Über den Herz–Bezug beruhigt es den Shen — weshalb es bei Unruhe des Shen und Herzklopfen durch Yin–Mangel–Hitze eingesetzt wird.
- Nährt das Lungen–Yin und befeuchtet bei Trockenheit der Lunge mit zähem Schleim
- Erzeugt Körperflüssigkeiten und wirkt auf Durst bei Magen–Yin–Mangel
- Beruhigt den Shen bei Unruhe des Shen und Herzklopfen durch Leere–Hitze
- Klärt Herz–Feuer und beruhigt innerliche Unruhe des Shen
- Befeuchtet den Darm bei Trockenheit des Darms durch Yin–Mangel
Anwendung & Dosierung
6–12 g im Dekokt (Standarddosis). Bis 15 g bei starkem Yin–Mangel. In der klassischen Rezeptur, die Qi und Yin nährt: 9 g als Standarddosis.
Granulat: 2–4 g täglich, aufgelöst in warmem Wasser. Tabletten/Kapseln: 1–2 g Extrakt täglich. Pulver: 3–6 g täglich, eingerührt in warmes Wasser oder Congee. Tinktur: 2–4 ml (1:5 Auszug), 2–3× täglich.
Darreichungsformen
- Dekokt (20–30 Min.)
- Granulat
- Tabletten/Kapseln
- Pulver
- Congee (mit Reis als Brei)
- Tinktur (1:5 Auszug)
Dosierung
6–12 g (Dekokt)
Häufige Kombinationspartner
Mai Dong entfaltet seine volle Wirkung oft erst in Kombination mit anderen Kräutern
Geschichte & Tradition
Mai Dong wird erstmals im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Kraut der oberen Klasse beschrieben — ein Mittel, das dauerhaft eingenommen werden kann, ohne Schaden zu verursachen.
In der Han–Dynastie erkannte Zhang Zhongjing die besondere Bedeutung von Mai Dong für die Lunge und machte es zur Kaiserdroge in seiner Rezeptur gegen Lungen–Yin–Mangel mit nicht absinkendem Lungen–Qi und trockener Kehle.
Während der Tang– und Song–Dynastie wurde Mai Dong zunehmend auch als Herz–Kraut geschätzt. Li Shizhen beschreibt im Běn Cǎo Gāng Mù seine Fähigkeit, das Herz–Yin zu nähren und den Geist zu beruhigen.
In Japan wird es als Bakumondō bezeichnet und ist fester Bestandteil der Kampo–Medizin.
Kontraindikationen & Vorsicht
- Nicht anwenden bei Milz–Yang–Mangel mit wässrigem Durchfall — Mai Dong kann durch seine befeuchtende Natur die Feuchtigkeit verschlimmern.
- Vorsicht bei Kälte–Schleim in der Lunge mit reichlich weißem, wässrigem Auswurf.
- Bei Wind–Kälte–Erkältungen im Anfangsstadium ist Mai Dong ungeeignet.
Botanik
Ophiopogon japonicus ist eine immergrüne, grasartige Staude aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die Pflanze bildet dichte Büschel schmaler, dunkelgrüner Blätter, die 20–40 cm lang werden.
Die medizinisch genutzten Wurzelknollen sind spindelförmig, 1–3 cm lang und von blassgelber Farbe.
Südost–China (Zhejiang, Sichuan, Hubei), Japan und Korea: Schattige Wälder in 200–1800 m Höhe, kultiviert in ganz Ostasien.
Vorkommen
Hauptanbaugebiete in Zhejiang, Sichuan und Hubei (China). Wächst in schattigen Wäldern und feuchten Hanglagen in 200–1800 m Höhe. Kultiviert in ganz Ostasien, auch in Japan und Korea verbreitet. Die Ernte erfolgt nach 2–3 Jahren Kultivierung.
Erntezeit
Ernte im Sommer nach 2–3 Jahren Kultivierung. Wurzelknollen ausgraben, waschen, sonnentrocknen.
Verarbeitung
Frische Wurzelknollen werden ausgegraben, gewaschen und an der Sonne getrocknet. Anschließend werden die zentralen Fasern (Holzkern) entfernt — ein wichtiger Schritt, da der Kern die Wirkung schwächt und die Mitte reizen kann.
Die getrockneten Knollen werden als Rohdroge (Mài Dōng), seltener mit Wein angefeuchtet und erneut getrocknet (Jiǔ Mài Dōng), verwendet.
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