Mai Ya — Gerstenmalz

Der Gerstenkeimling, der Nahrungsstagnation löst und den Milch–Fluss reguliert

Ein gekeimtes Gerstenkorn enthält eine Fülle an Enzymen, die genau das tun, was die Milz allein nicht schafft: Stärke und unverdaute Nahrung abbauen. Daher ist Mai Ya das erste Mittel, wenn schwere Kost die Mitte blockiert.

Gerstenmalz Hordei Fructus Germinatus 麦芽 Mai Ya

Geschmack Süß
Temperatur Neutral
Meridian Milz, Magen, Leber
Pflanzenteil Samen
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Auflösend

Hilft bei Stagnation

Mai Ya — der Gerstenkeimling — ist ein mildes, verdauungsförderndes Kraut, das Nahrungsstagnation löst und die Milz stärkt. Es löst insbesondere Stagnation durch Stärke–reiche Kost, die schwer im Magen liegt.

Zusätzlich reguliert es den Leber–Qi–Fluss und wird traditionell zum Abstillen verwendet.

Wirkung aus TCM–Sicht

Mai Ya löst Nahrungsstagnation und stärkt die Milz. Es befreit den Leber–Qi–Fluss und reguliert die Milch–Produktion. Besonders geeignet bei Nahrungsstagnation mit Fülle und Stauung im Bauch nach schweren Mahlzeiten.

  • Löst Nahrungsstagnation (Fülle im Bauch, rebellierendes Magen–Qi, Stauungsgefühl)
  • Verdaut Stärke (Brot, Nudeln, Reis schwer im Magen)
  • Stärkt die Milz und fördert den Appetit
  • Befreit den Leber–Qi–Fluss (milde Leber–Qi–Stagnation)
  • Reduziert den Milch–Fluss beim Abstillen (geröstet, hohe Dosis)
TCM–Anwendung: Mai Ya

Anwendung & Dosierung

  • 10–15 g im Dekokt (Standarddosis)
  • Geröstet (chǎo): 30–60 g zum Abstillen
  • Roh für Nahrungsstagnation, geröstet für Milz–Stärkung

Darreichungsformen

  • Dekokt
  • geröstet (chǎo)
  • Granulat

Dosierung

  • 10–15 g (Dekokt)
  • 30–60 g (zum Abstillen)

Häufige Kombinationspartner

Mai Ya entfaltet seine volle Wirkung oft erst in Kombination mit anderen Kräutern

Geschichte & Tradition

Mai Ya wird seit der Han–Dynastie als Verdauungshilfe dokumentiert. Zhang Zhongjing nutzt es in verschiedenen Rezepturen zur Harmonisierung der Mitte. Im Běn Cǎo Gāng Mù beschreibt Li Shizhen seine doppelte Natur: roh löst es Stagnation und fördert die Milch, geröstet (chǎo) stärkt es die Milz und reduziert den Milch–Fluss.

Diese paradoxe Wirkung — roh milchfördernd, geröstet milchreduzierend — ist ein klassisches Beispiel für die Bedeutung der Päo Zhì (Verarbeitungsmethoden) in der TCM.

Kontraindikationen & Vorsicht

  • Stillzeit: Vorsicht bei stillenden Müttern — hohe Dosen (besonders geröstet) können den Milch–Fluss reduzieren.
  • Milz–Qi–Schwäche: Nicht allein bei schwerer Milz–Qi–Schwäche ohne Stagnation.
  • Glutenunverträglichkeit: Bei Glutenunverträglichkeit alternative Kräuter wählen.
Pflanzenfoto: Mai Ya

Botanik

Hordeum vulgare ist ein einjähriges Gras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Für die Droge werden die Körner in warmem Wasser eingeweicht und bei 15–20°C zum Keimen gebracht, bis der Keim etwa 5 mm lang ist.

Vorkommen: Weltweit kultiviert. Hauptanbaugebiete in Nordchina, Europa und Nordamerika. Die gekeimten Körner werden bei niedriger Temperatur getrocknet, um die Enzyme zu erhalten.

Erntezeit

Ganzjährig (kontrollierte Keimung)

Verarbeitung

Gekeimt und getrocknet; geröstet (chǎo) für milchreduzierende und milzstärkende Wirkung

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