LOSLASSEN ist keine Schwäche.
Es ist die höchste KUNST des Herbstes.
In der chinesischen Medizin befinden wir uns jetzt im Herbst, und damit übernimmt das Metall–Element die Regie. Mit ihm kommt eine uralte Lektion, die sich in einem einzigen Wort zusammenfassen lässt: loslassen.
Im Herbst wird alles etwas langsamer und etwas tiefer, weil etwas gehen will und Platz machen möchte für das, was danach kommt. Etwas in dir stellt in diesen Wochen eine leise Frage, und sie lautet: Brauchst du das wirklich noch?
Die alten Texte kennen diese Frage seit über zweitausend Jahren, und sie stellen sie uns immer zur selben Zeit im Jahr.
🍂 Der Herbst und das Metall–Element
Jede Jahreszeit gehört in der chinesischen Medizin einem Element. Der Frühling gehört dem Holz, der Sommer dem Feuer, der Herbst dem Metall und der Winter dem Wasser, und die Übergänge dazwischen, die Dojo–Zeiten, gehören der Erde.
Jetzt regiert also das Metall, und das klingt für unsere Ohren zunächst hart und unerbittlich. Gemeint ist aber etwas ganz anderes, denn Metall steht für das, was klärt und scheidet und am Ende das Wesentliche übrig lässt.
Stell dir einen Bergkristall vor, klar und rein und kostbar. So etwa denkt sich die chinesische Medizin das Metall–Element: nicht als etwas Rohes, sondern als etwas Destilliertes, als das, was bleibt, wenn alles Überflüssige gegangen ist.
Im Frühling erwacht alles und im Sommer entfaltet es sich, und im Herbst wird geerntet und losgelassen. Was reif ist, wird eingebracht, und was nicht mehr trägt, darf gehen.
Verbunden ist das Metall mit der Lunge und dem Dickdarm, also mit den beiden Funktionskreisen, die im Körper für das Aufnehmen und das Abgeben zuständig sind. Wie sie das tun und wie du sie durch den Herbst bringst, schauen wir uns in einem eigenen Beitrag an.
Heute geht es um die andere Seite des Herbstes, um jene, die in keinem Kalender steht: um die emotionale Lektion, die das Metall uns schickt.
ℹ️ Hinweis: Wenn die chinesische Medizin von Niere, Dickdarm oder Lunge spricht, meint sie energetische Funktionskreise und nicht die anatomischen Organe.
💧 Trauer — die Emotion des Herbstes
Jedes Element hat in der chinesischen Medizin eine Emotion, die zu ihm gehört. Dem Holz gehört der Zorn, dem Feuer die Freude, der Erde das Grübeln, dem Wasser die Furcht — und dem Metall gehört die Trauer.
Das irritiert im westlichen Kontext, denn hier soll die Trauer etwas sein, das dazugehört und sein darf und sogar eine eigene Jahreszeit hat. Genau das sagen die alten Texte.
Trauer ist dort keine Krankheit, sondern die natürliche Antwort auf das, was der Herbst jedem vor Augen führt: dass alles geht. Die Blätter und das Licht und die Wärme gehen, und früher oder später gehen auch die Menschen, die wir lieben, die Körper, die uns tragen, und die Vorstellungen, die wir von uns selbst hatten.
Gesunde Trauer ist die Fähigkeit, Abschied zu nehmen, ohne daran zu zerbrechen. Sie erlaubt uns, mit beiden Füßen in einer Welt zu stehen, in der nichts bleibt, und ohne sie wären wir nicht etwa stärker, sondern nur oberflächlicher.
Wenn Trauer keinen Raum bekommt, kippt sie mit der Zeit:
- In eine Melancholie, die nicht mehr weichen will
- In eine Verbitterung, die alles grau färbt
- In einen Rückzug, der irgendwann zum Gefängnis wird
- In flachen Atem und ein Seufzen, das keine Erleichterung mehr bringt
- In eine diffuse Schwere, die sich nirgends festmachen lässt
Wenn Trauer zugelassen wird, wandelt sie sich:
- In Klarheit darüber, dass etwas wichtig war und nun vorbei ist
- In Dankbarkeit dafür, dass es das überhaupt gegeben hat
- In die Freiheit, weitergehen zu können
- In Platz für das, was als Nächstes kommt
Die chinesische Medizin sagt es ohne Umschweife: Eine Träne, die geweint wird, stärkt die Lunge, und eine Träne, die zurückgehalten wird, schwächt sie.
Wenn dich also in diesem Herbst eine Welle erwischt, die du nicht benennen kannst, dann lass sie kommen. Sie zeigt nicht an, dass etwas falsch läuft, sondern dass etwas richtig läuft.
Ein Wort dazu
Trauer kommt in Wellen. Sie steigt an, und sie lässt zwischendurch wieder los.
Wenn die Schwere aber Woche für Woche bleibt, wenn nichts mehr Freude macht, wenn du morgens keinen Grund mehr findest aufzustehen — dann ist das keine Herbststimmung mehr.
Dann hol dir Unterstützung. Beim Hausarzt, bei einer Psychotherapeutin oder bei einer Beratungsstelle. Die chinesische Medizin kann begleiten und stärken, aber sie ersetzt keine professionelle Hilfe.
Sich Hilfe zu holen ist kein Versagen. Es ist Selbstfürsorge.
🕯️ Die Körperseele — wenn Trauer einen Ort hat
In der „Fünften Jahreszeit“ haben wir die Fünf Shen bereits kennengelernt, also die fünf geistig–seelischen Aspekte, die in den Yin–Organen wohnen. Heute schauen wir uns einen von ihnen genauer an, nämlich den Geist der Lunge. Die alten Texte nennen ihn Pò (魄), auf Deutsch die Körperseele.
Anders als der Hún, die Geistseele der Leber, die nachts wandert und mit den Träumen verbunden ist, bleibt die Körperseele fest im Körper verankert. Sie ist der Teil von dir, der reagiert, bevor du darüber nachgedacht hast, und der die Vergänglichkeit kennt, ohne dass man sie ihm erklären müsste.
Die Körperseele zeigt sich in deinem Instinkt, in der Art, wie präsent du in deinem eigenen Körper bist, und in deiner Fähigkeit, im Augenblick zu sein statt woanders.
Wenn sie stark ist:
- Du fühlst dich zu Hause in deinem Körper
- Du kannst da sein, ohne ständig zu grübeln
- Du vertraust deinem Instinkt
- Du bemerkst den Atem, den Herzschlag und die leisen Signale
Wenn sie geschwächt ist:
- Du fühlst dich entwurzelt und nicht ganz anwesend
- Du bist im Kopf und selten im Körper
- Du verlierst den Zugang zu deinen Gefühlen
- Du atmest flach, ohne es überhaupt zu bemerken
Weil die Körperseele so eng mit der Vergänglichkeit verbunden ist, wird sie ausgerechnet im Herbst besonders angesprochen. Wenn du in dieser Jahreszeit ruhiger wirst, mehr im Körper ankommst und den kleinen Signalen mehr Aufmerksamkeit schenkst, dann meldet sie sich.
Genau diese Qualität macht den Herbst zu einer Zeit, in der vieles heilen kann.
🔬 Exkurs: Was die Forschung dazu beobachtet
Die moderne Forschung kommt von einer ganz anderen Seite. Sie kennt kein Qi und kein Metall–Element, und sie beschreibt an mehreren Stellen trotzdem etwas, das dem sehr nahe kommt.
- Die Polyvagal–Theorie nach Stephen Porges beschreibt, wie das Nervensystem zwischen Zuwendung, Kampf und Rückzug wechselt und wie dieser Wechsel unter Dauerbelastung erstarren kann. Flacher Atem, eine verspannte Zwerchfellregion und eine oberflächliche Stimme gelten in diesem Modell als Zeichen dafür. In der Fachwelt ist die Theorie umstritten, als Beschreibung dessen, was viele Menschen an sich beobachten, bleibt sie trotzdem hilfreich.
- Die Forschung zum Vagusnerv zeigt, dass ruhiges Atmen mit verlängerter Ausatmung den Herzschlag messbar beruhigt.
- Die Bindungsforschung beschreibt, dass Menschen, die früh Sicherheit erlebt haben, sich später leichter von Dingen lösen können, während jene, für die Nähe unsicher war, oft stärker festhalten.
- Untersuchungen zu Dankbarkeitsübungen deuten darauf hin, dass sie die Stimmung heben und Stressmarker senken können. Die chinesische Medizin würde sagen, dass Dankbarkeit die Körperseele nährt und die Lunge öffnet.
Zwei Sprachen, zwei Wege der Beobachtung. Beide kommen zu dem Schluss, dass die Fähigkeit loszulassen kein Luxus ist.
Bleibt die Frage, wie man das üben soll, wenn es einem nie jemand beigebracht hat. Die chinesische Medizin hat darauf eine Antwort, und sie ist einfacher, als die meisten erwarten.
🌾 Die fünf Wege des Loslassens
Loslassen lässt sich üben, allerdings nicht als Technik, sondern als Haltung. Die folgenden fünf Wege sind deshalb keine Regeln, sondern Einladungen. Nimm dir einen oder zwei davon, die dich ansprechen, und fang dort an.
1. Körperliches Ausmisten — das Außen spiegelt das Innen
Dein Raum ist so etwas wie ein verlängerter Körper, und was du in deinem Umfeld festhältst, hältst du meistens auch in dir fest. Unsortierte Schubladen, überfüllte Schränke und Dinge, die du seit Jahren nicht benutzt hast, belasten dich auch dann, wenn du sie längst nicht mehr bewusst wahrnimmst, denn jeder ungenutzte Gegenstand ist ein leises ich müsste mal in deinem Kopf.
Was du jetzt konkret tun kannst:
- Öffne eine Schublade, einen Schrank oder einen Winkel, aber nur einen pro Tag
- Sortiere drei Dinge aus, um sie zu spenden, zu verkaufen oder wegzuwerfen
- Trenne dich von Kleidungsstücken, die du ein ganzes Jahr nicht getragen hast
- Räume Papierstapel und Ablagen auf
- Frag dich bei jedem Ding, ob es dich noch nährt
Was eher nicht hilft:
- Alles auf einmal auszuräumen, denn das überfordert und schafft neues Chaos
- Nur um des Minimalismus willen auszusortieren, denn es geht um Resonanz und nicht um Purismus
- Wochenlang zu planen, ohne je anzufangen
📣 Geheimtipp: Wenn du jemanden kennenlernen willst, dann schau in seinen Kühlschrank und in seinen Kleiderschrank. Das gilt auch für dich selbst.
2. Trauer zulassen — Tränen als Medizin
Unsere Kultur hat ein Problem mit der Trauer, denn wir sollen stark sein und positiv bleiben und nach vorne schauen. Die chinesische Medizin dreht das um und sagt, dass niemand heilen kann, der nicht trauern darf.
Was wirklich hilft:
- Der Trauer bewusst Zeit und Raum geben, statt sie nebenbei laufen zu lassen
- Einen Brief an das schreiben, was du loslassen willst — an einen Menschen, eine Situation, eine Lebensphase oder ein altes Bild von dir
- Weinen, wenn dir danach ist, allein oder mit einem vertrauten Menschen
- Ein Ritual finden, das den Abschied würdigt, etwa eine Kerze, einen Spaziergang oder ein Gedicht
- Mit jemandem sprechen, der zuhört, ohne gleich trösten zu wollen
Was eher nicht hilft:
- Die Trauer durch Ablenkung, Alkohol, Einkaufen oder Scrollen wegmachen zu wollen
- Sich dafür zu schämen, dass man traurig ist
- Andere zu trösten, bevor man selbst gefühlt hat
📣 Geheimtipp: Such dir für die schweren Abende einen festen Ort — einen Sessel, eine Bank, einen bestimmten Weg. Wenn die Trauer weiß, wo sie hindarf, überfällt sie dich seltener dort, wo es gerade nicht passt.
3. Atem als Loslassen — die Herbst–Atmung
Die Lunge arbeitet in jeder Sekunde mit zwei Bewegungen, dem Einatmen und dem Ausatmen. Bei den meisten Menschen ist das Einatmen überbetont, weil sie ständig aufnehmen und halten und speichern. Die Herbst–Atmung kehrt dieses Verhältnis um, indem sie das Ausatmen betont.
Die 4–7–8–Atmung nach Dr. Andrew Weil:
- Vier Sekunden lang durch die Nase einatmen, tief in den Bauch
- Sieben Sekunden lang den Atem halten
- Acht Sekunden lang durch den leicht geöffneten Mund ausatmen, langsam und ohne Druck
- Drei bis fünf Minuten lang, morgens und abends
Warum das guttut:
- Die verlängerte Ausatmung beruhigt den Herzschlag über den Vagusnerv
- Zwerchfell und Brustkorb werden wieder beweglicher
- Der Körper bekommt das Signal, dass er loslassen darf
Was eher nicht hilft:
- Zwanghaft mitzuzählen oder es perfekt machen zu wollen
- Die Übung zum ersten Mal ausgerechnet in einer Stresssituation zu versuchen — übe sie in Ruhe
- Sie als Leistung zu sehen, denn sie ist eine Einladung
ℹ️ Bitte beachte: Die 4–7–8–Atmung ist eine Entspannungsübung und keine Behandlung. Wenn du eine Erkrankung von Herz, Lunge oder Nervensystem hast, schwanger bist oder in Behandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wenn dir beim Üben schwindelig oder unwohl wird, hör auf und atme wieder ganz normal weiter.
📣 Geheimtipp: Zur 4–7–8–Atmung gibt es bei uns ein Video mit vollständiger Anleitung, sodass du direkt mitüben kannst. Den Link findest du am Ende des Artikels.
4. Die Stille zulassen — Rückzug als Medizin
Der Herbst ist die Jahreszeit des Rückzugs, in der sich das Yang, also die aktive und nach außen gerichtete Energie, zurückzieht und das Yin wächst, das stille und nach innen gerichtete. In der Natur siehst du das überall, denn die Blätter fallen, die Säfte wandern in die Wurzeln und die Tage werden kürzer.
Wer diesem Rhythmus folgt, schöpft daraus Kraft, und wer dagegen anarbeitet, erschöpft sich.
Was der Herbst jetzt braucht:
- Früher schlafen zu gehen, mit der Sonne statt gegen sie
- Weniger Termine und mehr Pausen, damit das Tempo sinken darf
- Stille Momente ohne Ablenkung, und seien es nur fünf Minuten
- Zeit in der Natur, am besten allein und schweigend
- Bewusste Medienpausen, also weniger Aufnehmen und mehr Verdauen
Was eher nicht hilft:
- Das sommerliche Tempo beizubehalten, obwohl der Körper längst heruntergeschaltet hat
- Jede Lücke mit Lärm, Reizen und Scrollen zu füllen
- Ständig produktiv sein zu wollen
- Nie wirklich allein zu sein
📣 Geheimtipp: Eine alte Regel sagt, dass im Winter fehlt, was im Herbst nicht eingeholt wurde. Rückzug ist deshalb keine Faulheit, sondern Vorsorge.
5. Dankbarkeit als Gegengewicht — was bleibt von dem, was geht
Trauer und Dankbarkeit sind keine Gegensätze, sondern Geschwister, und wer wirklich loslassen will, braucht beide.
Allerdings ist in den letzten Jahren aus der Dankbarkeit in der Selbsthilfe–Szene ein Mittel geworden, um Gefühle wegzudrücken. Sei dankbar für das, was du hast, dann geht es dir besser, heißt es dann, oder zieh hohe Schwingungen an und meide die niedrigen. Das ist keine Dankbarkeit mehr, sondern Verdrängung mit einem schönen Namen.
Die chinesische Medizin kennt diesen Irrtum gar nicht, weil sie Gefühle nicht moralisch bewertet. Trauer ist dort nicht negativ und Freude nicht positiv, sondern beide haben ihren Platz, und beide nähren ihr Organ, wenn sie gelebt werden, und schaden ihm, wenn sie unterdrückt werden.
Echte Dankbarkeit:
- Schließt die Trauer ein, statt sie wegzureden
- Lässt dich den Schmerz spüren und zugleich erkennen, dass es schön war, dass es das gab
- Fordert nichts von dir, denn sie ist eine Wahrnehmung und keine Pflicht
Toxische Positivität:
- Sagt dir, du sollst positiv denken, dann werde es schon besser
- Verlangt, dass du unangenehme Gefühle wegmanifestierst
- Macht dich schuldig, wenn es dir trotzdem schlecht geht
Wer nur dankbar sein darf und nicht traurig, wird auf Dauer krank, und die alten Texte sind an dieser Stelle sehr deutlich: Eine Emotion, die nicht gelebt werden darf, lagert sich im Körper ein.
Was du konkret tun kannst:
- Notiere jeden Abend drei Dinge, für die du an diesem Tag dankbar warst
- Frag dich bei jedem Abschied, wofür du dankbar bist, dass es ihn gegeben hat
- Schreib an Menschen, denen du dankbar bist, auch wenn ihr euch aus den Augen verloren habt
- Würdige, was geht, mit einem kleinen Ritual, innerlich oder äußerlich
- Nimm dir fünf Minuten am Tag nur für diesen einen Gedanken
📣 Geheimtipp: Die wirksamste Dankbarkeit steckt in einem Satz, der beides zulässt: Es tut weh, und ich bin dankbar, dass ich es hatte. Trauer und Dankbarkeit in einem einzigen Atemzug — genau darin liegt die Medizin des Herbstes.
📍 Drei Akupressur–Punkte für Lunge und Loslassen
Akupressur ist etwas, das du sofort tun kannst, und zugleich etwas, das mit der Zeit wächst. Diese drei Punkte bilden zusammen das Loslass–Programm der chinesischen Medizin.
Lu 01 (Zhōng Fǔ) — „Mittlerer Palast“
Der Alarmpunkt der Lunge, also der Ort auf der Brust, an dem sich ihre Energie sammelt.
- Lage: Im ersten Zwischenrippenraum unterhalb des Schlüsselbeins, außen an der Brust, dort wo Brustkorb und Schulter zusammentreffen
- Traditionell zugeordnet: das Lungen–Qi, eine offene Brust, ein freier Atem
- Anwendung: Mit den Fingerspitzen 30 bis 60 Sekunden sanft kreisend, auf beiden Seiten
- Wann: Bei Enge in der Brust und nach schweren Tagen
Lu 09 (Tài Yuān) — „Großer Abgrund“
Der Quellpunkt der Lunge und zugleich ihr Tonisierungspunkt, also jener Punkt, über den sie aufgebaut wird.
- Lage: Auf der Handgelenksfalte an der Daumenseite, in der Vertiefung neben der Sehne, genau dort, wo der Puls getastet wird
- Traditionell zugeordnet: Qi und Yin der Lunge, ein ruhiger Atem
- Anwendung: Mit dem Daumen 60 Sekunden sanft drückend, auf beiden Seiten
- Wann: Nach langen und schweren Phasen und für den täglichen Aufbau
Di 04 (Hé Gǔ) — „Vereinte Täler“
Der Quellpunkt des Dickdarms und der große Loslasser der chinesischen Medizin.
- Lage: An der Hand im Muskelbauch zwischen Daumen und Zeigefinger, in Richtung Zeigefinger gedrückt
- Traditionell zugeordnet: Stagnation, ein freier Kopf, eine durchlässige Oberfläche
- Anwendung: Mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand 60 Sekunden kräftig drückend, auf beiden Seiten
- Wann: Bei Groll und Verspannung, und immer dann, wenn etwas nicht weichen will
- Hinweis: In der Schwangerschaft NICHT anwenden (kann Wehen auslösen)
Die tägliche Loslass–Übung: Massiere diese drei Punkte einmal am Morgen, jeden eine knappe Minute lang. Das dauert zusammen keine vier Minuten und folgt einer einfachen Reihenfolge: erst öffnen, dann aufbauen, dann loslassen.
🧭 Alle Punkte mit Video–Anleitungen findest du in unserem kostenlosen Akupunkturatlas. 👉 Zum Akupunkturatlas
🔴 Am kommenden Montag, 18 Uhr: Loslassen lernen — Qi Gong für den Herbst
Genau dieses Thema nimmt sich Wolfgang in der Live–Stunde am kommenden Montag vor. Qi Gong zum Mitüben, und im Anschluss die TCM–Vertiefung für die Kanalmitglieder über Trauer, Atem und das Loslassen.
„Du trägst mehr, als du müsstest. Am Montag legen wir etwas davon ab.“
💫 Die tiefere Botschaft
Es gibt einen Grund, warum der Herbst seit Jahrtausenden die Jahreszeit der Dichter ist. Die Bäume wissen etwas, das wir über die Jahre verlernt haben, nämlich dass niemand durch den Winter kommt, der nicht loslassen kann. Dein Körper weiß es auch, denn er wird müde von allem, was er festhält, und dein Herz weiß es ebenfalls, weil sich nicht lieben lässt, solange die Hände voll sind.
Du musst dich in diesem Herbst nicht neu erfinden. Es reicht, wenn du bereit wirst, ein wenig weniger zu tragen — vielleicht einen Groll, vielleicht eine Sorge, vielleicht ein altes Bild von dir selbst.
In einem der nächsten Beiträge geht es um die andere, die äußere Seite des Herbstes: darum, wie du dich schützt, wenn der Wind kommt, und wie Lunge und Dickdarm dich gemeinsam durch die kalte Jahreszeit tragen.
Für diese Wochen aber gilt etwas anderes: Lass los, was gehen will.
🍂 Am 25. September im Newsletter
Die chinesische Medizin kennt eine Kraft, die dich an der Oberfläche schützt. Sie heißt Wèi Qì, und die alten Texte beschreiben sie als Schutzmantel, der zwischen Haut und Muskeln liegt und Wind und Kälte außen hält.
Im Newsletter am 25. September schreibt dir der Gelbe Kaiser, was es mit diesem Schutzmantel auf sich hat und wie du ihn durch den Herbst begleitest.
Dazu kommt ein Rezept, das rund 1700 Jahre alt ist: der Sud des alten Alchemisten. Aufgeschrieben hat ihn ein Mann, der eigentlich das Elixier der Unsterblichkeit suchte, und in seinem kleinen Buch fand eine Forscherin sechzehnhundert Jahre später den Hinweis für einen Nobelpreis.
Noch nicht dabei? Hier kostenlos anmelden, dann kommt beides am 25. September direkt in dein Postfach.
ℹ️ Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch eine Behandlung. Die beschriebenen Zusammenhänge, Übungen und Akupressur–Punkte stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden wende dich bitte an deinen Arzt oder eine qualifizierte Therapeutin.
Die Blätter, die fallen, machen kein Aufhebens davon.
Sie lassen einfach los, und darin liegt ihre ganze Würde.
📌 Empfohlen
🍂 Die Herbst–Reise, jeden Montag LIVE auf YouTube: Sieben Wochen durch den Herbst, mit Qi Gong zum Mitüben und der TCM–Vertiefung im Anschluss. Wer dabei ist, kommt anders durch diese Jahreszeit.
👉 Zur Herbst–Reise auf YouTube
📺 Video: Die 4–7–8–Atmung mit Anleitung
👉 Zur Videoanleitung
🧭 Akupunkturatlas: Über 80 Punkte mit Lage und Video–Anleitung. Kostenlos und ohne Anmeldung. 👉 Zum Akupunkturatlas
📜 Einmal im Monat schreibt dir der Gelbe Kaiser persönlich: praktische Tipps zu TCM, Ernährung, einfache Rezepte und östliche Weisheit in einer Sprache, die jeder versteht — direkt in dein Postfach. Kostenlos abonnieren: 👉 Zur kostenlosen Anmeldung










