Schulterprobleme aus Sicht der chinesischen Medizin
... sechs Akupunkturpunkte für weniger Schmerzen

TCM Hintergrundinformationen

Dü 03 „Hinterer Fluß“ - Houxi
Schlüsselpunkt des Lenkergefäß, Fernpunkt für den Nacken
• Lage:
Am kleinen Finger entstehen bei geballter Faust mehrere Falten. Der Punkt befindet sich an der proximalen (Körpernahen) Falte, hinter dem Grundgelenk des kleinen Fingers.
• Traditionell zugeordnet:
Krämpfen, Tremor, Nackensteifheit, Schwindelgefühl, Kopfschmerz, beidseitige Rückenschmerzen, klärt den Geist, gibt Klarheit was Wichtig/Unwichtig ist
Kommentar:
In Kombination mit Bl62 aktiviert der Punkt Dü03 das Lenkergefäß und wirkt deshalb positiv auf die gesamte Wirbelsäule, sowohl die obere als auch die untere. Das gilt sowohl bei chronischen als auch akuten Problemen,allerdings nur wenn der Schmerz auf der Wirbelsäule oder im unteren Bereich paravertebral (beidseitig) des Rückens ist.
Dü 09 „Aufrechte Schulter“ - Jianzhen
Löst Schmerzen in Nacken- und Schulterbereich
• Lage:
1 Daumenbreit oberhalb der hinteren Achselfalte
• Traditionell zugeordnet:
Schmerzen im Schulterblatt (Skapula), Nackenprobleme, Tinnitus, Schwerhörigkeit
Kommentar:
Dünndarmpunkte haben häufig eine Wirkung auf das Ohr, da der Dünndarmmeridian mit dem Punkt Dü19 direkt vor dem Gehöreingang endet. Deshalb kommen diese Punkte bei Ohrbeschwerden immer wieder zum Einsatz.
Gb 21 „Schulterbrunnen“ - Jianjing
Einer der Hauptpunkte bei Augenbeschwerden und Ohrproblemen
• Lage:
In der Vertiefung am höchsten Punkt der Schulter, in der Mitte zwischen LG14 und dem Akromion.
• Traditionell zugeordnet:
Schulterschmerzen, Schwindel, Nackenschmerzen, Steifigkeit von Schultern, Armen und Rückens, fördert die Milchbildung bei stillenden Müttern
Kommentar:
Dieser Punkt ist praktisch immer druckdolent, das heißt er ist schmerzhaft wenn man ihn drückt, was nicht automtisch heißt, dass im Bereich der Gallenblasenenergie ein Problem vorliegt.
Hier müssten noch andere Punkte zur Diagnose herangezogen werden.
Lu 01 „Zentrale Residenz"- Zhongfu
Alarmpunkt (Mu-Punkt) der Lunge
• Lage:
Der Punkt liegt im ersten Intercostalraum unterhalb des Schlüsselbeins, 8 Querfinger (6 cun) außerhalb (lateral) der Mittelinie.
• Traditionell zugeordnet:
Schulterschmerzen, Kurzatmigkeit, bronchiale Verschleimung, Asthma, Bronchitis
Kommentar:
Dieser Punkt wird in der TCM gerne bei Fülle-Mustern in der Lunge verwendet. Ein Beispiel dafür wäre ein Husten, der durch ein Zuviel an Schleim in der Lunge verursacht wird. Er führt das Lungen-Qi nach unten und bewirkt dadurch dass Blockaden imi Thoraxbereich (Brustkorb) sich lösen können.
Aufgrund seiner Lage wirkt der Punkt auch bei Schmerzen in der Schulter und dem oberen Rücken. Generell kann man sagen dass die Mu-Punkte in der Traditionellen Chinesischen Medizin eher bei akuten Problematiken verwendet werden.
Di 15 „Schultertransportpunkt“ - Jianyu
Wichtiger Punkt für die Behandlung von Schulterproblemen
• Lage:
Bei seitwärts gehobenem Arm entstehen 2 Grübchen auf der Schulter. Der Punkt liegt genau im vorderen Grübchen.
• Traditionell zugeordnet:
Schulter-Arm-Syndrom, wenn das Seitwärtsheben des Arms schwer fällt, Paresen (Lähmungserscheinungen) des Arms
Kommentar:
Dieser Punkt ist ein Hauptpunkt bei der Behandlung von Schulter- und Armschmerzen. Gemeinsam mit 3E14, welcher im hinteren Grübchen liegt wird er bei Schulterproblemen als lokaler Punkt eingesetzt.
Di 16 „Großer Knochen“ - Jugu
Wichtiger Punkt für die Behandlung von Schulterproblemen
• Lage:
Bei seitwärts gehobenem Arm, im Greübchen zwischen acromialen Ende des Schlüsselbeins und der Spina Scapulae.
• Traditionell zugeordnet:
Schulter-Arm-Syndrom, wenn das Seitwärtsheben des Arms schwer fällt, Paresen (Lähmungserscheinungen) des Arms
Kommentar:
Dieser Punkt ist ein Hauptpunkt bei der Behandlung von Schulter- und Armschmerzen, gemeinsam mit Di15. Abgesehen davon hat er auch einen Effekt auf die Lunge, indem er das Absteigen des Lungen-Qi fördert und den Brustkorb öffnet. Denn das Lungen-Qi sollte abwärts fließen können. Das heißt, er ist hilfreich bei Dyspnoe (Kurzatmigkeit), Husten und Asthma, sofern die fehlende absteigende Funktion der Lungen das Problem ist.

Das Wort Qi Gong besteht aus 2 Silben — Qi und Gong. Der Chinesische Begriff „Qi“ lässt sich für uns am ehesten durch „Lebensenergie“ übersetzen. Er beinhaltet aber noch mehr als dies. So meint er auch Atem und Luft. In der chinesischen Medizin gilt Qi als die belebende Kraft, die alle Lebewesen durchströmt. Das Qi befindet sich allerdings nicht nur im Körper eines Lebewesens, sondern auch außerhalb. Qi zeigt sich uns auch in der Natur. So werden Tiere, Blumen und Bäume von Qi durchströmt. Qi ist die lebendige Kraft, die allem innewohnt und die Leben erst möglich macht.
Die Japaner nennen diese Kraft „Ki“. In Indien wird sie „Prana“ genannt. Gemeint ist immer dasselbe — die allem innewohnende und uns am Leben erhaltende Kraft und Energie. In der Chinesischen Medizin ist Gesundheit nur dann möglich, wenn das Qi in unserem Körper rein, nicht verschmutzt ist und ungehindert fließen kann.
Durch schlechte Lebensgewohnheiten kann es im Laufe der Zeit zu Energieblockaden im Körpersystem kommen und dadurch können sich Krankheiten manifestieren, die physischer oder psychischer Natur sein können. Ganz allgemein können wir sagen, dass ein lebender Mensch Qi im ganzen Körper besitzt.
Das Wort „Gong“ bedeutet in etwa „Körperarbeit“ oder „Erfolg durch Ausdauer und Übung“. Daher heißt Qi Gong „Arbeit mit der Lebensenergie“. Wir lernen, den Fluss und die Verteilung des Qi in unserem Körper durch Bewegung und Konzentration zu verbessern, um unsere Gesundheit zu stärken und Körper und Geist in Einklang zu bringen. Gleichzeitig lernen wir richtig zu stehen, zwischen Himmel und Erde. Dadurch wird die Haltung maßgeblich verbessert und viele Schmerzen verschwinden von alleine.
Qi Gong versteht sich als ein ganzheitliches Heilsystem mit langer Tradition, welches sich bis heute kontinuierlich weiterentwickelt hat. Es umfasst gesundheitsfördernde Körperhaltungen, Bewegung, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation. Durch diese verschiedenen Übungsmethoden soll Qi im Körper gesammelt und gespeichert werden, wie in einem Reservoir. Ziel ist es das unreine Qi auszuscheiden und frisches reines Qi zu absorbieren.
Qi Gong ist kein Arzneimittel, das für eine begrenzte Zeit verordnet wird, sondern vielmehr sollte es täglich praktiziert werden. Dabei genügen 20 Minuten täglichen Übens, um die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden in hohem Masse zu verbessern.
Jeder kann Qi Gong üben. Es gibt Übungen für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand. Die Übungen können im Stehen, Sitzen, Liegen oder Gehen praktiziert werden. So können auch körperlich angeschlagene Menschen leicht Qi Gong praktizieren und Ihre Gesundheit auf nachhaltige Weise verbessern.
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