Frau am Strand bei Sonnenuntergang durch alte, offen Tür fotografiert

Qi Gong Übungen erklärt

Leberstretch

Diese Übung bringt dein Holzelement ins Gleichgewicht, indem speziell der Lebermeridian, an der Beininnenseite gedehnt und damit ausgeglichen wird. Generell ist es empfehlenswert Dehnübungen auszuführen, wenn man die Leberenergie ins Gleichgewicht bringen möchte.

Denn so wie der frühe Morgen dem Holzelement zugeordnet ist, so ist auch die Kontrolle über den Muskeltonus diesem Element zugeordnet. Wenn jemand ständig unter Verspannungen leidet, so ist dies oft ein Hinweis für eine Dysbalance im Holzelement. Durch die Rotationsbewegung ist es auch eine sehr gute Übung bei chronischen Rückenproblemen.

Übungsbeschreibung

Ausgangsposition ist die „Reiterstellung“. Das heißt, dass deine Füße in einer breiten Grätsche stehen. Dabei entspricht der Abstand deiner beiden Füße etwas mehr als der doppelten Schulterbreite.

Die Position ist also breiter als bei der Holzübung „Boxen“. Die genaue Stellung der Füße ergibt sich in der Position, wenn du in die Grätsche gehst. Es kann sein, dass du hier am Anfang einmal die Fußposition korrigieren musst.

Mit dem Ausatmen beuge dein rechtes Bein, dabei bewegt sich dein Oberkörper ebenfalls nach rechts. Durch diese Seitbewegung streckt sich dein linkes Bein und du kommst in eine tiefe Grätsche.

Währenddessen bleiben beide Arme gestreckt. Die Rotation des Oberkörpers nach links ergibt sich dadurch fast automatisch. Du schaust nun über das gestreckte, linke Bein nach hinten. Mit dem Einatmen komm wieder zurück in die Mitte. Mit dem nächsten Ausatmen machst du nun die gleiche Bewegung auf die rechte Seite.

Häufige Fragen

Ich kann nicht so tief gehen mit meinem Becken?

Das ist überhaupt kein Problem. Viele Menschen spüren schon bei einer weniger tiefen Position die gewünschte Dehnung an der Beininnenseite. Und nur darum geht es bei dieser Übung. Im Laufe der Zeit wird die Beweglichkeit größer und du kannst tiefer gehen.

 Kann ich die Übung auch bei einem künstlichen Hüftgelenk machen?

Diese Übung ist auch bei einem künstlichen Hüftgelenk ausführbar, sofern dies vorher mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgesprochen wurde. Voraussetzung ist natürlich, dass man auf die Grenzen des Körpers achtet. Aber durch eine Hüft–OP kommt es zu oft zu einer Einschränkung der Beweglichkeit im Hüftgelenk. Diese Übung bringt hier wieder fehlende Beweglichkeit zurück. Deine Hüfte wird es dir danken.

Portrait von Wolfgang Stemer für meine TCM Qi Gong Akademie, Einfach besser leben

Pro Tipp von Wolfgang

Durch die Rotationsbewegung in der Brustwirbelsäule ist diese Bewegung auch perfekt für die Mobilisierung des Brustkorbs geeignet. Willst du deine Atmung verbessern, so ist dies eine sehr gute Übung. Ich empfehle sie sehr, wenn du dich mit dem Thema Atmung in irgendeiner Form auseinandersetzt.

Qi Gong Übung Leber Stretch — Element Holz

Häufigste Fehler

  • Die Arme werden zu sehr gebeugt.
  • Der Oberkörper wird auf die falsche Seite gedreht. Also nicht über das gestreckte, sondern über das gebeugte Bein.
  • Die Füße sind nicht nach außen rotiert in der Grätsche.

  • Der Rücken ist zu sehr gerundet.

Trainingstipps

  • Gerade bei dieser Übung sollte man sich nicht überfordern und langsam vorgehen. Die Beweglichkeit verbessert sich eher langsam.
  • Diese Übung sollte immer wieder gemacht werden, auch wenn sie nicht zu den Lieblingsübungen gehört.
  • Eine weitere Möglichkeit, die Bewegungsqualität zu verbessern ist es, sich mit dem Smartphone zu filmen und dadurch Fehler in der Ausführung zu erkennen.

Hilfestellung

Was kann man tun, falls die Übung zu schwierig ist?

In diesem Falle macht man die Grätsche einfach etwas kleiner, wenn das Problem durch die eingeschränkte Hüftbeweglichkeit bedingt ist.

Macht hingegen die Rotation Schwierigkeiten aufgrund einer Wirbelsäulen–Problematik, kann man sie auch weglassen und den Körper einfach von einer Seite zur anderen bewegen. Wenn das Problem behoben ist, sollte man allerdings wieder versuchen, die Rotation auszuführen.

Grafik von Mann mit eingezeichneten Meridianen Leber und Gallenblase (Meridiane der TCM)
Meridiane
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