Ma Chi Xian — Portulak
Ma Chi Xian — der Portulak — ist ein kühlendes, entgiftendes Kraut, das Feuchtigkeit–Hitze und toxische Hitze aus dem Dickdarm klärt. Es wird besonders bei Ruhr, blutigen Durchfällen und Hauterkrankungen durch Feuchtigkeit–Hitze eingesetzt. Als Nahrungsmittel und Arznei zugleich ist es gut verträglich und vielseitig einsetzbar.
Wirkung aus westlicher Sicht
Ma Chi Xian enthält Omega–3–Fettsäuren (α–Linolensäure), Flavonoide, Alkaloide und Vitamine (A, C, E). Es ist eine der reichsten pflanzlichen Omega–3–Quellen überhaupt.
- Antibakteriell: Wirksam gegen E. coli, Shigella und Salmonella
- Omega–3–reich: Höchster Gehalt unter Blattgemüsen
- Entzündungshemmend: Hemmung von COX–2 und proinflammatorischen Zytokinen
- Antidiabetisch: Verbesserung der Insulinsensitivität
- Wundheilend: Beschleunigte Epithelisierung bei äußerlicher Anwendung
Wirkung aus TCM–Sicht
Ma Chi Xian klärt Feuchtigkeit–Hitze und entgiftet toxische Hitze. Es kühlt das Blut und stoppt Blutungen. Hauptindikation sind Feuchtigkeit–Hitze–Muster im Dickdarm: Ruhr, blutiger Durchfall, Hauterkrankungen mit Nässen und Juckreiz.
- Klärt Feuchtigkeit–Hitze im Dickdarm (Ruhr, Durchfall mit Blut und Schleim)
- Entgiftet toxische Hitze (Furunkel, Abszesse, Hautinfektionen)
- Kühlt das Blut und stoppt Blutungen (Hämorrhoidal–Blutungen)
- Behandelt Feuchtigkeit–Hitze–Hauterkrankungen (Ekzeme, Dermatitis)
- Leitet Feuchtigkeit–Hitze über den Urin aus
Kombinationen & Formeln
Mit Huang Lian bildet Ma Chi Xian eine starke Kombination gegen Feuchtigkeit–Hitze–Ruhr mit blutigem Stuhl und Tenesmen. Mit Jin Yin Hua und Lian Qiao verstärkt es die entgiftende Wirkung bei Hautinfektionen und Abszessen. Mit Bai Tou Weng klärt es toxische Hitze im Dickdarm bei amöbischer Ruhr.
Geschichte & Tradition
Ma Chi Xian erscheint bereits im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng und wird seit der Tang–Dynastie als Hauptmittel gegen Ruhr und blutige Durchfälle dokumentiert. Sun Simiao empfiehlt es im Qiān Jīn Yào Fāng sowohl innerlich als auch äußerlich bei Hauterkrankungen. Der Name 马齿苋 bedeutet „Pferdezahn–Gemüse“ und bezieht sich auf die Form der Blätter. In Europa war Portulak bis ins 17. Jahrhundert ein beliebtes Salatgemüse — eine Tradition, die heute ein Revival erlebt.
Kontraindikationen & Vorsicht
Nicht bei Milz–Kälte mit wässrigem Durchfall. Vorsicht in der Schwangerschaft (traditionell als uteruskontrahierend eingestuft). Nicht bei Kälte–Durchfall ohne Hitzezeichen. Hoher Oxalatgehalt — Vorsicht bei Nierensteinen.
Botanik
Portulaca oleracea ist eine einjährige, sukkulente Pflanze aus der Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae). Sie wird 10–30 cm hoch, hat fleischige, spatelkörmige Blätter und rötliche Stengel. Kleine gelbe Blüten erscheinen im Sommer. Vorkommen: Weltweit verbreitet als kosmopolitisches Unkraut. In China wild und kultiviert. Bevorzugt warme, sonnige Standorte mit feuchtem Boden. Ernte im Sommer bei voller Vegetationsperiode.
Erntezeit
Sommer (volle Vegetationsperiode)
Verarbeitung
Frisch verwendet oder schonend getrocknet
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