San Qi — Notoginseng–Wurzel
San Qi (Panax notoginseng) gehört zur selben Gattung wie Ginseng, doch seine Stärke liegt nicht im Qi, sondern im Blut. Die Wurzel aus der Provinz Yunnan vereint zwei scheinbar gegensätzliche Wirkungen: Sie stillt Blutungen und löst gleichzeitig bestehende Blut–Stase auf — eine Paradoxie, die in der Natur ihresgleichen sucht.
Westliche Forschung bestätigt diesen dualen Mechanismus: Spezifische Notoginsenoside wirken gefäßerweiternd und kardioprotektiv, während der Wirkstoff Dencichin die Blutgerinnung lokal fördert. Kein anderes Kraut der Materia medica vereint Hämostase und Vasodilatation so präzise in einer einzigen Wurzel.
Effect from a Western perspective
- Notoginsenoside Rb1, Rg1 und R1 sind die Leitsubstanzen von Panax notoginseng — und einzigartig: Sie kommen ausschließlich in dieser Art vor, nicht in anderen Panax-Spezies. Rb1 und Rg1 hemmen die Thrombozytenaggregation und wirken vasodilatatorisch; R1 zeigt in Studien ausgeprägte neuroprotektive und anti-ischämische Effekte.
- Dencichin (β-N-oxalyl-L-α,β-diaminopropionsäure) ist der spezifisch hämostatische Wirkstoff: Er fördert die lokale Thrombozytenaggregation und beschleunigt die Gerinnungskaskade — der molekulare Schlüssel zur paradoxen Doppelwirkung von San Qi.
- Einzigartige duale Wirkung: Lokale Hämostase durch Dencichin + systemische Vasodilatation durch Notoginsenoside — klinisch belegt und pharmakologisch erklärt. Diese Kombination findet sich in keinem anderen bekannten Heilkraut.
- Kardiovaskuläre Studien: Mehrere randomisierte klinische Studien zeigen signifikante Reduktion von Angina-pectoris-Episoden und Verbesserung der myokardialen Perfusion. Metaanalysen bestätigen eine statistisch signifikante Senkung von LDL-Cholesterin und Triglyceriden.
- Xuesaitong-Injektion (血塞通, aufgereinigtes Notoginsenosid-Extrakt) ist in China seit Jahrzehnten klinisch zugelassen und wird in Kliniken intravenös bei ischämischem Schlaganfall und koronarer Herzkrankheit eingesetzt — mit über 10 Millionen Anwendungen jährlich.
- Neuroprotektive Wirkung: Hinweise aus klinischen Studien auf Verbesserung neurologischer Defizite nach ischämischem Schlaganfall; tierexperimentell nachgewiesene Reduktion der Infarktgröße um bis zu 30 %.
Effect from a TCM perspective
San Qi besitzt eine einzigartige Doppelwirkung: Es stillt Blutungen, ohne Stase zu verursachen — und löst gleichzeitig bestehende Blut–Stase auf. Kein anderes Kraut der TCM vereint diese beiden gegensätzlichen Fähigkeiten in sich.- Stillt Blutungen aller Art — bei Trauma, Nasenbluten, gastrointestinalen Blutungen und Hämaturie
- Bricht Blut–Stase auf und lindert stechende Schmerzen nach Verletzungen und Operationen
- Reduziert Schwellung und Hämatome bei stumpfen Traumata (innerlich und äußerlich)
- Belebt die Blutzirkulation in den Herzkranzgefäßen — wirksam bei Angina pectoris und Herzenge
- Fördert die Wundheilung und Geweberegeneration nach Verletzungen oder Eingriffen
Application & dosage
San Qi wird am häufigsten als rohes Pulver eingenommen — dies ist die klassische und pharmakologisch bevorzugte Darreichungsform, da die empfindlichen Notoginsenoside durch Kochen teilweise abgebaut werden. Das Pulver wird direkt mit warmem Wasser oder Brühe eingenommen, nicht im Dekokt mitgekocht. Für die blutstillende Wirkung wird Sheng San Qi (rohe Wurzel) bevorzugt; für die tonisierende Wirkung bei Blut–Mangel eignet sich Shu San Qi (durch Dämpfen und Trocknen verarbeitete Wurzel).
Die Dosierung richtet sich nach Anwendungsform und Indikation. Als allgemeine Faustregel gilt: Im Pulver genügen 1–3 g pro Einnahme — deutlich weniger als im Dekokt, da die Bioverfügbarkeit der Notoginsenoside in ungekochter Form höher ist. Bei akuten Traumata oder starken Blutungen kann die Pulverdosis unter ärztlicher Aufsicht kurzfristig erhöht werden. Die Einnahme nach den Mahlzeiten verringert Magenreizungen.
Dosage forms
- Pulver (Sheng San Qi, roh — bevorzugt, klassisch): 1–3 g direkt mit warmem Wasser einnehmen, nicht mitkochen. Höchste Bioverfügbarkeit der Notoginsenoside; Methode der Wahl bei Blutungen, Traumata und kardiovaskulären Indikationen.
- Kapseln / Tabletten: Standardisierte Fertigpräparate mit 300–500 mg Pulver pro Kapsel; bequeme Alternative für Langzeitanwendung und Reisen.
- Dekokt (mitgekocht): 3–10 g in der Kräutermischung; hämostatische Wirkung ist geringer als beim Pulver, da Dencichin hitzeempfindlich ist — sinnvoll in Kombinationsformeln zur Blut–Stase–Behandlung.
- Äußerlich als Pulver: Gemahlene San–Qi–Wurzel direkt auf blutende Wunden oder Hämatome aufgetragen — traditionelle Erste-Hilfe-Anwendung bei Traumata; blutstillend und abschwellend.
- Shu San Qi (gedämpft und getrocknet): Durch Dämpfen mit Speisewein und anschließendes Trocknen verändert sich das Wirkprofil: weniger hämostatisch, mehr tonisierend. Wird bei Blut–Mangel nach Blutverlust, Schwäche und Rekonvaleszenz eingesetzt.
- Xuesaitong-Injektion (血塞通): In China klinisch zugelassenes intravenöses Fertigpräparat mit aufgereinigten Notoginsenosiden — ausschließlich unter medizinischer Aufsicht in der Klinik bei ischämischem Schlaganfall und koronarer Herzkrankheit.
Dosage
- Pulver (bevorzugt, Sheng San Qi roh): 1–3 g pro Einnahme, 2–3× täglich; tägliche Gesamtdosis 3–6 g. Klassisch bewährt, höchste Wirkstoffverfügbarkeit.
- Dekokt (mitgekocht in Formel): 3–10 g täglich; bei schwerer Blut–Stase oder Traumaformeln bis 10 g möglich.
- Kapseln / Tabletten: 500–1500 mg täglich (entspricht ca. 1–3 g Pulveräquivalent); Dosierung je nach Standardisierungsgrad des Präparats anpassen.
- Äußerlich: Je nach Wundgröße, Pulver direkt auf die betroffene Stelle aufbringen — keine definierte Maximalmenge.
- Shu San Qi (verarbeitet, tonisierend): 1–3 g Pulver täglich, wie Sheng San Qi, jedoch mit anderem Schwerpunkt.
Combinations & formulas
- Dan Shen — die klassische Herz-Kombination: San Qi bewegt das Blut, stillt Stechschmerzen und wirkt hämostatisch; Dan Shen kühlt das Blut, öffnet die Herzkranzgefäße und beruhigt den Geist. Gemeinsam bilden sie die Grundlage der berühmten Fufang–Danshen–Tropfen gegen Angina pectoris.
- Bai Ji — bei Magenblutungen durch Blut–Stase: Beide stillen die Blutung und fördern die Schleimhaut–Regeneration. Bai Ji stärkt zudem die Magenstruktur von innen.
- Huang Qi — nach Verletzungen, Operationen oder Blutverlust: San Qi bricht Stase auf und fördert die Gewebeheilung, Huang Qi kräftigt das Qi und unterstützt die Immunabwehr beim Aufbau.
- Ren Shen — bei Schockzuständen mit schwerem Blutverlust: Ren Shen rettet das Yuan–Qi und stabilisiert den Kreislauf, San Qi stillt die Blutung.
- Mo Yao and Ru Xiang — bei chronischen Schmerzen durch Blut–Stase und Qi–Stagnation, insbesondere nach Traumata. Diese klassische Dreier–Kombination lindert Schmerzen, reduziert Schwellungen und fördert die Knochenheilung.
History & Tradition
In der langen Geschichte der chinesischen Heilkunde gibt es nur wenige Kräuter, die mit solch uneingeschränkter Ehrerbietung beschrieben wurden wie San Qi. Li Shizhen, der größte Kräuterkundige der Ming-Dynastie, schrieb in seinem monumentalen Bencao Gangmu (本草綱目, 1596): „San Qi ist wertvoller als Gold." Kein leeres Lob — zu seiner Zeit war die Wurzel aus den Bergen Yunnans tatsächlich teurer als das Edelmetall und blieb Kaisern, Feldherren und wohlhabenden Kaufleuten vorbehalten.
Die Provinz Yunnan im Südwesten Chinas ist seit Jahrhunderten das Herzland des San–Qi–Anbaus. Die besondere Kombination aus Höhenlage, roter Erde, feuchtem Klima und langen Tageslichtstunden schafft Bedingungen, die anderswo kaum reproduzierbar sind. Qualitätsvolle San–Qi–Wurzeln stammen noch heute fast ausschließlich aus den Präfekturen Wenshan und Dehong — Gebieten, in denen das Kraut seit der Ming-Dynastie (1368–1644) systematisch kultiviert und gehandelt wird.
Im militärischen Alltag war San Qi das Hämostatikum der Wahl. Soldaten trugen Pulver aus gemahlener San–Qi–Wurzel mit sich, um Wunden auf dem Schlachtfeld sofort zu stillen. Diese Praxis überlebte Dynastien und Kriege — bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vertrauten chinesische Soldaten auf das heilende Pulver aus Yunnan. Aus dieser langen Tradition entstand 1902 eine der berühmtesten und bis heute geheimnisvollsten Arzneiformeln der Welt: Yunnan Bai Yao (云南白药, „Weißes Heilmittel aus Yunnan"). Ihre genaue Zusammensetzung ist bis heute Staatsgeheimnis der Volksrepublik China — doch San Qi bildet unbestreitbar den Kern dieser Formel, die in jedem chinesischen Haushalt zu finden ist.
In der klassischen Texttradition wird San Qi der Gruppe der blutstillenden und stasebrechenden Kräuter zugeordnet — eine Paradoxie, die zunächst rätselhaft wirkt, sich aber aus der ganzheitlichen Sichtweise der TCM erschließt: Wo Blut fließt, das nicht fließen soll (Blutung), wird es gehalten. Wo Blut stockt und stagniert (Stase), wird es befreit. San Qi erkennt — gleichsam intelligent — den Zustand des Blutes und handelt entsprechend. Diese Weisheit, eingebunden in eine Wurzel, fasziniert Ärzte und Gelehrte seit über 400 Jahren.
Contraindications & caution
- Schwangerschaft — absolut kontraindiziert: San Qi ist in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert. Die blutzirkulationsfördernde und stasebrechende Wirkung stimuliert die Uteruskontraktilität und kann vorzeitige Wehen oder Fehlgeburt auslösen. Keine Ausnahmen.
- Antikoagulanzien — STARK kontraindiziert: Die gleichzeitige Einnahme mit Blutverdünnern (Warfarin, Phenprocoumon, Heparin, Clopidogrel, Dabigatran, Rivaroxaban) ist stark kontraindiziert. San Qi hemmt additiv die Thrombozytenfunktion und verlängert die Blutungszeit — das Blutungsrisiko steigt erheblich, auch bei scheinbar stabiler INR. Zwingend ärztliche Rücksprache vor jeder Einnahme.
- Ginseng–Wechselwirkungen: Da San Qi (Panax notoginseng) zur selben Gattung wie Ren Shen (Panax ginseng) und Xi Yang Shen (Panax quinquefolius) gehört, können additive oder antagonistische Wechselwirkungen auf Saponid-Ebene auftreten. Bei kombinierten Panax-Präparaten Dosierung sorgfältig anpassen und auf Überreizung achten.
- Blut–Mangel ohne Stase: Bei reinem Blut–Mangel ohne begleitende Stase–Zeichen sollte San Qi nicht als alleiniges Mittel eingesetzt werden — die mobilisierende Wirkung kann den Mangel verstärken. Kombination mit aufbauenden Kräutern wie Dang Gui oder Shu Di Huang ist angezeigt.
- Magenempfindlichkeit: Höhere Dosen können den Magen reizen. Einnahme nach den Mahlzeiten empfohlen; bei bekannter Magenschwäche Dosierung reduzieren oder alternative Darreichungsform wählen.
Botany
Panax notoginseng ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Araliaceae (Efeugewächse) — derselben Familie wie Ginseng und Efeu. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 40–60 cm und bildet einen aufrechten, unverzweigten Stängel aus. Charakteristisch sind die handförmig zusammengesetzten Blätter mit 5–7 Blättchen, die wirtelig am Stängelende angeordnet sind. Von Juli bis August erscheinen kleine, leuchtendgelbe Blüten in doldenartigen Ständen; aus ihnen entwickeln sich später auffällig rote, fleischige Beeren.
Die Wurzeln — das medizinisch genutzte Pflanzenteil — sind gräulich-braun, von konischer Form und außen längsgerillt. Ihr Inneres ist dicht und gelblich-grau. Für eine Ernte von Qualität werden mindestens 3–7 Jahre benötigt; der Name „San Qi" (三七, wörtlich: drei bis sieben) verweist auf eben dieses optimale Kultivierungsalter. Jüngere Wurzeln enthalten noch nicht die volle Konzentration an Notoginsenosiden. Die Pflanze bevorzugt halbschattige Standorte mit gut durchlässigem, leicht saurem Boden in Höhenlagen zwischen 1200 und 2000 m.
Occurrence
- Yunnan-Provinz — Herzland des weltweiten San–Qi–Anbaus: Über 99 % der globalen Produktion stammt aus Yunnan, insbesondere aus der Präfektur Wenshan (文山), die auch als „Heimat des San Qi" bezeichnet wird. Das besondere Zusammenspiel aus roter, eisenarmer Erde, gleichmäßigem Niederschlag und mildem Bergklima ist kaum reproduzierbar.
- Guangxi-Zhuang Autonomes Gebiet — zweites bedeutendes Anbaugebiet im Süden Chinas, mit ähnlichem Klimaprofil wie Yunnan; liefert kleinere, aber botanisch hochwertige Mengen.
- Höhenlage 1200–2000 m — San Qi gedeiht ausschließlich in Berglagen; Flachlandanbau führt zu qualitativ minderwertigen Wurzeln mit reduziertem Wirkstoffgehalt.
- Wildvorkommen praktisch ausgestorben: Durch jahrhundertelange Übersammlung und die hohe Nachfrage ist Panax notoginseng in freier Wildbahn nahezu verschwunden. Heute stammt nahezu die gesamte Weltproduktion aus kultiviertem Anbau. Wildpflanzen genießen in China Schutzstatus.
Harvest time
- Haupterntezeit Herbst (August–Oktober): Die Ernte findet bevorzugt im Herbst statt, wenn die Pflanze die höchste Konzentration an Notoginsenosiden gespeichert hat — in der Regel nach dem Ende der Vegetationsperiode, aber vor dem ersten Frost.
- Vor der Blüte oder nach der Fruchtreife: Traditionell werden zwei Erntezeitpunkte unterschieden: „Chun Qi" (Frühlings–San Qi), geerntet vor der Blüte im Frühjahr — gilt als von geringerer Qualität; „Dong Qi" (Winter–San Qi), geerntet im Herbst nach der Fruchtreife — enthält mehr Wirkstoffe und ist die bevorzugte Handelsware.
- Pflanzenalter 3–7 Jahre (entscheidend): Jüngere Wurzeln (unter 3 Jahren) enthalten unzureichende Wirkstoffmengen. Das Optimum liegt bei 3–5 Jahren für kleinere, konzentriertere Wurzeln und 5–7 Jahren für größere Exemplare. Der Name „San Qi" (三七, drei bis sieben) kodiert dieses Ernte–Alter direkt im Pflanzennamen.
- Ernte vor der Blüte bevorzugt: Werden die Pflanzen blühen gelassen, fließt die Energie in Blüte und Frucht — die Wurzelqualität sinkt. In professionellem Anbau werden Blütenknospen rechtzeitig entfernt, um die gesamte Assimilationsleistung in die Wurzel zu lenken.
Processing
San Qi wird je nach gewünschter Wirkung auf zwei grundlegend unterschiedliche Arten verarbeitet: als Sheng San Qi (生三七, rohe Wurzel) für die hämostatische und stasebrechende Wirkung sowie als Shu San Qi (熟三七, erhitzte Wurzel) für die tonisierende Wirkung bei Blut–Mangel. Die Wahl der Verarbeitungsform ist in der klassischen TCM daher ein eigenständiger therapeutischer Entscheid.
- Sheng San Qi (生三七 — roh, hämostatisch): Die klassische Verarbeitung für die meisten klinischen Anwendungen.
- Frische Wurzeln nach der Ernte gründlich mit Wasser und einer weichen Bürste waschen, um Erdanhaftungen zu entfernen.
- Kleinere Seitenwurzeln (Fibrae) und Stängelreste abschneiden und separat trocknen (minderwertigeres Material).
- Hauptwurzeln an der Sonne oder in Trockenkammern bei max. 40–50 °C schonend trocknen — zu hohe Hitze baut Notoginsenoside ab.
- Getrocknete Wurzeln polieren: Traditionell in rotierenden Holztrommeln mit Bienenwachs, um die Oberfläche zu versiegeln, Feuchtigkeit fernzuhalten und den charakteristischen Glanz zu erzeugen.
- Qualitätssortierung nach Größe und Gewicht; schwere, dichte Wurzeln sind wertvoller als leichte.
- Lagerung in kühlen, trockenen Bedingungen, dunkel und luftdicht verschlossen.
- Shu San Qi (熟三七 — gedämpft und gebraten, tonisierend): Verändert das Wirkprofil von hämostatisch–stasebrechend hin zu tonisierend–aufbauend — ideal für Blut–Mangel–Muster.
- Getrocknete Sheng San Qi–Wurzeln grob zerkleinern oder als ganzes verwenden.
- Mit Speisewein (Huangjiu, Reiswein) bestreichen oder einweichen — klassisch 10–20 % Weinanteil auf das Wurzelgewicht.
- Im Dampfgarer oder Wok bei mittlerer Hitze 30–60 Min. dämpfen, bis die Wurzel innen gelblich-braun wird.
- Anschließend bei niedriger Hitze in einer trockenen Pfanne rösten und wenden, bis die Oberfläche tiefbraun und trocken ist.
- Abkühlen lassen, zu feinem Pulver mahlen und luftdicht lagern.
Related herbs
Herbs with similar effects and related areas of application
Comparable western herbs
- Weißdorn (Crataegus monogyna / C. laevigata) — das klassische westliche Herzkraut: Wie San Qi wirkt Weißdorn kardioprotektiv, verbessert die Koronardurchblutung und reguliert den Blutdruck. Die Flavonoide und oligomeren Procyanidine des Weißdorns wirken vasodilatatorisch — ein Mechanismus, der jenem der Notoginsenoside in San Qi strukturell ähnelt. Weißdorn hat jedoch keine hämostatische Komponente.
- Arnika (Arnica montana) — das westliche Traumakraut: Arnika wird seit Jahrhunderten äußerlich bei Hämatomen, Prellungen und Schwellungen angewendet — genau wie San Qi–Pulver direkt auf Wunden. Beide reduzieren Ödem und Entzündung nach stumpfem Trauma. Unterschied: Arnika ist bei offenen Wunden kontraindiziert, San Qi wirkt gerade dort hämostatisch.
- Ginkgo biloba — Vergleich auf Gefäßebene: Ginkgo verbessert wie San Qi die Mikrozirkulation, hemmt den Plättchenaggregationsfaktor (PAF) und zeigt neuroprotektive Effekte bei zerebraler Ischämie. Beide Kräuter werden im kardiovaskulären und neurologischen Bereich eingesetzt — Ginkgo jedoch ohne hämostatische Wirkung, was bei Kombination beider Kräuter das Blutungsrisiko deutlich erhöht.
- Knoblauch (Allium sativum) — der alltägliche Blutfluss-Regulator: Knoblauch (Allicin, Ajoene) hemmt ebenfalls die Thrombozytenaggregation und senkt LDL-Cholesterin — ähnliche Effekte wie die Notoginsenoside von San Qi. Knoblauch ist in der westlichen Ernährungsmedizin als evidenzbasiertes Mittel zur Atheroskleroseprophylaxe anerkannt, San Qi jedoch mit deutlich stärkerer und spezifischerer Wirkung auf das Gefäßsystem.








