Deng Xin Cao — Cattail Pith

Light-as-a-feather marrow that gently dissipates heat from the heart

For centuries, the pith of the rush plant was used as lamp wick in Chinese homes—and, as a tea, it also soothed troubled hearts.

Rush pulp Junci Medulla Rush Deng Xin Cao

Flavor Sweet, Bland
Temperature Slightly cool
Meridian Heart, lungs, small intestine
Plant part Mark
Class Middle class
Direction of action Moisture-wicking

Helps with Humidity

Deng Xin Cao—the pith of the rush—is a light-as-a-feather, gently cooling herb that clears heat from the heart. Its name means „wick grass"—in the past, the dried strands of pith were used as lamp wicks.

In der TCM leitet Deng Xin Cao Hitze aus dem Herzen über den Dünndarm in die Blase ab — ein sanfter, aber effektiver Weg, den Shen zu beruhigen und nächtliche Unruhe auszugleichen. Sein mildes Wirkprofil macht es besonders wertvoll in der Kinderheilkunde.

Effect from a TCM perspective

Deng Xin Cao klärt Herz–Hitze und leitet sie nach unten ab. Es leitet Feuchtigkeit aus, beruhigt den Shen und wird besonders bei Kindern mit Unruhe und Herz–Feuer in der Mundhöhle eingesetzt.

  • Klärt Herz–Hitze bei Unruhe des Shen und Herz–Feuer in der Mundhöhle
  • Wicks away moisture und führt feuchte Hitze bei brennendem Wasserlassen ab
  • Calms the Shen bei nächtlicher Unruhe — besonders bei Kindern
  • Leitet Hitze über den Dünndarm in die Blase ab
  • Äußerlich bei Herz–Feuer in der Mundhöhle als Dochtwickel anwendbar
TCM Application: Deng Xin Cao

Application & dosage

Deng Xin Cao wird in sehr geringer Dosis von 1–3 g im Dekokt verwendet — das federleichte Mark hat ein großes Volumen bei geringem Gewicht. Für Kinder genügen 0,5–1 g. Die Droge wird nur kurz mitgekocht (5–10 Min.).

Äußerlich wird das Mark traditionell als Dochtwickel bei Herz–Feuer, das sich im Mund zeigt, angewendet: Ein Markstrang wird in Sesamöl getränkt, angezündet und kurz an die betroffene Stelle gehalten — eine Methode, die besonders in der Kinderheilkunde verbreitet ist.

Dosage forms

  • Decoction — nur kurz mitkochen (5–10 Min.)
  • Äußerlich als Dochtwickel (Dēng Huǒ Zhì) — bei Herz–Feuer im Mund
  • In pädiatrischen Rezepturen — häufig in Kombination mit anderen leichten Kräutern

Dosage

  • Decoct: 1–3 g (Erwachsene)
  • Kinder: 0,5–1 g
  • Appearance: einzelne Markstränge als Dochtwickel

Frequent combination partners

Deng Xin Cao often only reaches its full potential when combined with other herbs

History & Tradition

Der Name Deng Xin Cao (灯心草) bedeutet wörtlich „Lampen–Docht–Gras" — eine Bezeichnung, die auf die jahrhundertealte Verwendung des Binsenmarks als Docht für Öllampen verweist. Bevor Baumwolldochte verfügbar waren, beleuchteten in China unzählige Haushalte ihre Räume mit Binsenmark–Dochten — ein alltäglicher Gegenstand, der zugleich als Mittel diente.

In der TCM–Literatur wird Deng Xin Cao erstmals im Kāi Bǎo Běn Cǎo (开宝本草) der Song Dynasty (973 n. Chr.) als eigenständiges Kraut beschrieben. Li Shizhen widmete dem Binsenmark im Běn Cǎo Gāng Mù (1578) ein ausführliches Kapitel und betonte seine einzigartige Fähigkeit, Herz–Feuer über den Dünndarm abzuleiten — ein Wirkprinzip, das bis heute in der täglichen Praxis gilt.

Especially in the pediatric TCM hat Deng Xin Cao einen festen Platz. Die milde, nicht aggressive Wirkung macht es ideal für Säuglinge und Kleinkinder — eine Patientengruppe, für die viele stärkere Hitze–klärende Kräuter zu drastisch wären. Die äußerliche Anwendung als Dochtwickel bei Hitze–Zeichen im Mund ist eine der ältesten und elegantesten Techniken der chinesischen Kinderheilkunde.

In der chinesischen Volkskultur symbolisiert die Binse Bescheidenheit und stille Stärke — so wie das Mark im Inneren verborgen liegt und doch das Licht spendet, wirkt auch das Kraut sanft und unscheinbar, aber zuverlässig.

Contraindications & caution

  • Qi–Mangel: Nicht anwenden bei Qi–Mangel mit reichlichem, klarem Urin — Deng Xin Cao ist diuretisch und würde die Flüssigkeiten weiter erschöpfen.
  • Yang deficiency: Nicht bei Yang–Mangel mit Kältegefühl und ohne Hitzezeichen.
  • Kälte–Konstitution: Nur bei eindeutigen Hitzezeichen einsetzen — bei Kälte–Konstitution ist es kontraindiziert.
  • Yin deficiency: Bei Yin–Mangel mit Trockenheit sollte die Anwendung zeitlich begrenzt werden, um die Flüssigkeiten nicht weiter zu verausgaben.
Plant photo: Deng Xin Cao

Botany

Juncus effusus ist eine mehrjährige, immergrüne Pflanze aus der Familie der Binsengewächse (Juncaceae) mit einer Wuchshöhe von 40–100 cm. Die Halme sind stielrund, aufrecht und von tiefgrüner Farbe. Im Inneren befindet sich das weiße, schwammige Mark — der in der TCM verwendete Pflanzenteil.

Die Blüten sind unscheinbar, klein und bräunlich–grün, in seitlichen Büscheln angeordnet. Die Pflanze wächst in dichten Horsten an feuchten Standorten und breitet sich über Rhizome aus. Zur Gewinnung des Marks werden die Halme der Länge nach aufgeschlitzt und das weiße, federleichte Innere herausgezogen.

Occurrence

  • Found worldwide — one of the most widespread species of rush
  • In China besonders in Jiangsu, Sichuan und Guizhou gesammelt
  • Feuchte Standorte: Ufer, Sümpfe, nasse Wiesen und Reisfeldränder
  • Also native to Europe, North America, and Japan
  • Prefers acidic to neutral, nutrient-rich soils

Harvest time

  • Harvest in the Spätsommer bis Herbst (August–Oktober)
  • The stalks are cut when they are fully mature
  • The pith is extracted from the fresh stalks immediately after harvest
  • Air-drying — the pulp is extremely light and dries quickly

Processing

Extracting the pith from the reeds requires skill—the feather-light pith must be pulled from the stalks without being damaged.

  • Raw herb (Shēng Dēng Xīn Cǎo):
    1. Harvest fresh rushes and remove the leaf sheaths
    2. Slice the stalks lengthwise with a sharp knife
    3. Carefully remove the white, spongy pulp
    4. Let dry in the open air and store in bundles
  • Zinnober–ummanteltes Mark (Zhū Shā Bàn Dēng Xīn):

    Das Mark wird mit einer feinen Zinnober–Suspension bestäubt — diese Zubereitungsform verstärkt die Shen–beruhigende Wirkung und wird bei ausgeprägter Unruhe des Shen eingesetzt. In der modernen Praxis selten, da Zinnober (Quecksilbersulfid) toxikologisch bedenklich ist.

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