Mo Yao — Myrrhe

Das heilige Harz — löst Blut–Stagnation und heilt Wunden

Myrrhe gehört neben Weihrauch zu den heiligen Harzen der Antike — die Drei Könige brachten sie als Geschenk, in der TCM heilt sie seit Jahrtausenden Wunden und löst Blut–Stagnation. Zusammen mit Ru Xiang bildet sie das berühmteste Harzpaar der chinesischen Medizin.

Myrrhe Myrrha 没药 Mo Yao

Geschmack Bitter
Temperatur Neutral
Meridian Herz, Leber, Milz
Pflanzenteil Harz
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Blut bewegend

Hilft bei Stagnation

Mo Yao — das Harz des Myrrhebaums Commiphora myrrha — ist ein klassisches Blut belebendes und Schmerz stillendes Arzneimittel der TCM. Es gehört zur mittleren Klasse und wird seit der Antike sowohl innerlich bei Blut–Stagnation als auch äußerlich zur Wundheilung eingesetzt. In der westlichen Tradition ist Myrrhe als eines der drei Geschenke der Heiligen Drei Könige bekannt.

Wirkung aus westlicher Sicht

Sesquiterpene und Furanodienterpenoide in Myrrhe zeigen in Studien entzündungshemmende, analgetische und antimikrobielle Eigenschaften. Klinische Untersuchungen belegen eine beschleunigte Wundheilung und positive Effekte bei Arthritis.

Wirkung aus TCM–Sicht

Mo Yao belebt das Blut, löst Stagnation und stillt Schmerzen. Es reduziert Schwellungen und fördert die Gewebeheilung. Die Schmerzlinderung tritt besonders bei fixierten, stechenden Schmerzen ein — dem klassischen Zeichen von Blut–Stagnation.

TCM–Anwendung: Mo Yao

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt Äußerlich als Pulver oder in Salben Wird oft mit Essig präpariert (Cu Mo Yao) für stärkere Schmerzlinderung

Darreichungsformen

Dekokt, Pulver, Salbe (äußerlich), Tinktur

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Ru Xiang (Weihrauch) bildet es das berühmteste Paar der TCM zur Blut–Belebung und Schmerzlinderung — die beiden werden fast immer gemeinsam eingesetzt. Mit Dang Gui und Chuan Xiong bei traumatischen Verletzungen mit Blut–Stagnation. Äußerlich mit Xue Jie (Drachenblut) als Wundpulver bei schlecht heilenden Wunden.

Geschichte & Tradition

Mo Yao gelangte über die Seidenstraße und die maritime Handelsroute aus Ostafrika und der Arabischen Halbinsel nach China. Im Kāi Bǎo Běn Cǎo (973 n. Chr.) der Song–Dynastie wird es erstmals systematisch als chinesisches Arzneimittel beschrieben. Der Name Mò Yào leitet sich vom arabischen Wort murr (bitter) ab — ein Hinweis auf den charakteristisch bitteren Geschmack des Harzes.

Kontraindikationen & Vorsicht

Kontraindiziert in der Schwangerschaft — Mo Yao bewegt das Blut stark und kann Uteruskontraktionen fördern. Nicht anwenden bei starken Blutungen ohne Stagnation. Kann bei empfindlichem Magen Übelkeit verursachen — Einnahme nach dem Essen empfohlen.

Pflanzenfoto: Mo Yao

Botanik

Commiphora myrrha ist ein kleiner, dorniger Baum oder Strauch aus der Familie der Balsambaumgewächse. Das Harz tritt spontan oder durch Einschnitte in die Rinde aus und härtet an der Luft zu rötlich–braunen, irregulären Klumpen aus. Vorkommen: Somalia, Äthiopien, Jemen, Saudi–Arabien. China importiert den gesamten Bedarf.

Erntezeit

Ganzjährig (Harzgewinnung)

Verarbeitung

Roh oder mit Essig präpariert (Cu Mo Yao)

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