Yu Jin — Curcuma–Wurzel

Die Curcuma–Wurzel — bewegt Blut und Qi, klärt Hitze aus dem Herzen

Yu Jin ist die kühlende Schwester von Jiang Huang — beide stammen von der Curcuma–Pflanze, doch während Jiang Huang wärmt und nach außen drängt, kühlt Yu Jin das Blut und öffnet die Sinnesöffnungen. Sie ist das Leitkraut bei Qi– und Blut–Stagnation mit gleichzeitiger Hitze.

Curcuma–Wurzel Curcumae Radix Yu Jin

Geschmack Scharf
Temperatur Kalt
Meridian Leber, Herz, Lunge, Gallenblase
Pflanzenteil Wurzel
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Bewegend

Hilft bei Stagnation

Yu Jin — die Curcuma–Wurzel — ist eines der vielseitigsten Kräuter zur Behandlung von Qi– und Blut–Stagnation. Im Unterschied zu ihrem wärmenden Verwandten Jiang Huang (Kurkuma–Rhizom) besitzt Yu Jin eine kalte Natur und wirkt auf vier Leitbahnen gleichzeitig — Leber, Herz, Lunge und Gallenblase. Ihre besondere Stärke liegt in der Kombination aus Blut bewegender, Qi regulierender und Hitze klärender Wirkung. Dadurch ist sie ideal bei Zuständen, in denen Stagnation und Hitze gleichzeitig vorliegen — wie bei Leber–Qi–Stagnation mit Gallenblasen–Hitze, Blut–Stase mit Schmerzen oder Schleim–Feuer, das die Sinnesöffnungen des Herzens blockiert.

Wirkung aus westlicher Sicht

Die Wurzel enthält Curcuminoide, ätherische Öle (Turmerone) und Sesquiterpene. Yu Jin wird pharmakologisch klar von Jiang Huang unterschieden — sie enthält weniger Curcumin, dafür mehr ätherische Öle mit neuroprotektiver Wirkung.

  • Hepatoprotektiv: schützt Leberzellen und fördert Gallenfluss (cholagoge Wirkung)
  • Neuroprotektiv: ätherische Öle verbessern zerebrale Durchblutung
  • Antidepressiv: reguliert Serotonin– und Dopamin–Spiegel in Tiermodellen
  • Antithrombotisch: hemmt Thrombozytenaggregation und verbessert Mikrozirkulation
  • Antitumoral: Turmerone hemmen Proliferation von Krebszellen in vitro

Wirkung aus TCM–Sicht

Yu Jin bewegt das Blut, reguliert das Qi und klärt Hitze aus Herz und Leber. Ihre kühlende, bewegende Natur macht sie einzigartig unter den Blut bewegenden Kräutern — sie löst Stagnation, ohne innere Hitze zu erzeugen.

  • Bewegt das Blut und löst Stase bei Schmerzen in Brust, Flanken und Abdomen
  • Reguliert das Leber–Qi bei Stagnation mit Reizbarkeit und Druckgefühl
  • Klärt Hitze aus dem Herzen und öffnet die Sinnesöffnungen bei Benommenheit
  • Kühlt das Blut und stoppt Blutungen bei Blut–Hitze
  • Fördert den Gallenfluss und löst Feuchtigkeit–Hitze in Leber und Gallenblase

Anwendung & Dosierung

6–12 g im Dekokt (Standarddosis) Bis 15 g bei starker Qi– und Blut–Stagnation Als Pulver: 1,5–3 g pro Einnahme Bei Gallenblasen–Beschwerden: mit Jin Qian Cao kombinieren

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tabletten, Pulver

Dosierung

6–12 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Chai Hu (Hasenohr) bei Leber–Qi–Stagnation mit Flankenspannung, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen — Yu Jin bewegt zusätzlich das Blut und klärt Hitze. Mit Shi Chang Pu (Steinkalmus) bei Schleim–Feuer, das die Sinnesöffnungen des Herzens blockiert — Benommenheit, Verwirrtheit, manische Zustände. Mit Dan Shen (Rotwurzel–Salbei) bei Blut–Stase im Brustbereich mit gleichzeitiger Hitze.

Kontraindikationen & Vorsicht

Nicht anwenden in der Schwangerschaft — die blutbewegende Wirkung kann den Fötus gefährden. Kontraindiziert bei Blutungsneigung ohne Blut–Stase. Vorsicht bei Milz–Yang–Mangel mit Durchfall — die kalte Natur kann den mittleren Erwärmer schwächen. Nicht zusammen mit Nelkenöl (Ding Xiang) einnehmen — klassische Inkompatibilität.

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