Chronisches Ermüdungssyndrom aus Sicht der chinesischen Medizin
... Akupunkturpunkte gegen das Ermüdungssyndrom

TCM Hintergrundinformationen

3E 05 „Äußeres Tor“ - Waiguan
Wirksamer Punkt zur Behandlung der Ohren
• Lage:
In der Mitte des Unterarms, auf der Außenseite, 3 Querfinger hinter der Handgelenksfalte zwischen Radius und Ulna
• Traditionell zugeordnet:
Kopfschmerzen, Tinnitus, Halsschmerzen, Schmerzen an Ellbogen und Oberarm, Nackenschmerzen, grippalen Infekten, Migräne
Kommentar:
Dieser Punktwird eingesetzt um Wind-Hitze auszuleiten bei Fieber, Halsschmerzen und leichtem Schwitzen. Vor allem auch dann wenn der pathogene Faktor zwischen Oberfläche und Körperinnerem steckt. Symptome sind dann Schüttelfrost und Fieber, welche sich abwechseln, Reizbarkeit, Schmerzen im Oberbauch, bitterer Mundgeschmack.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet dieses Punktes ist beim schmerzhaften Obstruktionssyndrom von Arm, Schulter und Nacken.
Er ist auch ein wichtiger Fernpunkt bei Behandlung von Migräne, die sich im Schläfenbereich zeigt.
Gb 20 „Windteich“ - Fengchi
Einer der Hauptpunkte bei Augenbeschwerden und Ohrproblemen
• Lage:
In der Vertiefung zwischen dem Muskel Sternocleidomastoideus und dem Trapeziusmuskel. Auf einer Höhe mit LG16
• Traditionell zugeordnet:
Nackenschmerzen, Nackensteifheit (aufgrund von Zugluft), Kopfschmerzen, Schwindel, Höhenangst, unscharfes Sehen, Tinnitus und Hörverlust, Gedächtnisschwäche
Kommentar:
Dies ist ein wichtiger Punkt um inneren und äußeren Wind zu eliminieren. Vor allem wenn er sich in Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen äußert. In Kombination mit Lu07 leitet der Wind-Kälte aus. Um Wind-Hitze auszuleiten wird GB20 mit Di04 und 3E05 kombiniert.
Er ist ein wichtiger Punkt, weil er den Übergang von Wirbelsäule zu Gehirn bildet. Diese stelle (Occipitalbereich) sollte frei sein von Blockaden, damit das Gehirn optimal versorgt wird und reibungslos arbeiten kann.
Gb 21 „Schulterbrunnen“ - Jianjing
Einer der Hauptpunkte bei Augenbeschwerden und Ohrproblemen
• Lage:
In der Vertiefung am höchsten Punkt der Schulter, in der Mitte zwischen LG14 und dem Akromion.
• Traditionell zugeordnet:
Schulterschmerzen, Schwindel, Nackenschmerzen, Steifigkeit von Schultern, Armen und Rückens, fördert die Milchbildung bei stillenden Müttern
Kommentar:
Dieser Punkt ist praktisch immer druckdolent, das heißt er ist schmerzhaft wenn man ihn drückt, was nicht automtisch heißt, dass im Bereich der Gallenblasenenergie ein Problem vorliegt.
Hier müssten noch andere Punkte zur Diagnose herangezogen werden.
Ma 36 „Drei Meilen des Fußes" - Zusanli
Wichtigster Punkt des Magenmeridians zur Stärkung der Verdauung
• Lage:
4 Querfinger (3 cun) unterhalb der Unterkante der Patellakante (Kniescheibe) auf dem Tibialismuskel
• Traditionell zugeordnet:
Verdauungsschwäche, Völlegefühl, Verstopfung, Magenschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, unscharfem Sehen
Kommentar:
Dieser Punkt ist in der TCM ein herausragender Punkt, weil er das Nach-Himmels-Qi stärkt. Gemeint ist damit, dass er Magen und Milz stärkt, also jene Organe, die für unsere Energieaufnahme durch die Nahrung verantwortlich sind.
Ma36 ist ein allgemeiner Tonisierungspunkt für den gesamten Körper, aber auch für die Psyche und wird bei allen Symptomen von Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche eingesetzt.
Gemeinsam mit MP06, Le03 und Di04 gehört er zu den berühmtesten und am häufigsten verwendeten Punkten in der Chinesischen Medizin.
Le 03 „Großes Treffen“ - Taichong
Quellpunkt des Lebermeridians, wichtigster Punkt auf dem Lebermeridian
• Lage:
auf dem Fußrücken zwischen 1. Und 2. Zeh, am Ende der „Rinne“
• Traditionell zugeordnet:
Migräne mit Lichtempfindlichkeit, Menstruationsprobleme, Übelkeit, Unterleibsschmerzen, allgemein Spannung lösend, Verstopfung
Kommentar:
Dies ist ein wichtiger Punkt zur Beseitigung von Fülle in der Leber, er ist etwas milder in der Wirkung als Le02.
Er hat eine spezielle Wirkung bei Krämpfen und verstärkter Muskelkontraktion.
Er hat eine tiefgreifende und beruhigende Wirkung auf die Psyche und ist bei sehr angespannten, ungeduldigen und gestressten Menschen ein wichtiger Punkt. Diese Funktion fehlt dem Punkt Le 02. Dazu wird der Punkt gern mit Di4 zusammen eingesetzt. Zusammen gehören sie zu den wichtigsten Akupunkturpunkten und werden die "Vier Pforten" genannt.
KG 4 „Tor des Ursprungs-Qi“ - Guanyuan
Alarmpunkt des Dünndarms
• Lage:
4 Querfinger (3 cun) unterhalb des Nabels
• Traditionell zugeordnet:
Durchfall, Probleme beim Harnlassen, Periodenstörungen, prämenstruelles Syndrom, Unfruchtbarkeit, Impotenz, Kraftlosigkeit
Kommentar:
Dies ist der mächtigste Punkt um Qi und Blut zu tonisieren und Körper und Seele zu stärken. Er stärkt die Niere und damit das Ursprungs-Qi. Somit ist er ein wichtiger Punkt, um die allgemeine Vitalität zu steigern und bei chronischen Krankheiten.
KG 4 hat eine erdende Wirkung auf den Geist des Menschen, in dem er uns eine Mitte bietet, in der wir uns sammeln und zur Ruhe kommen können.
KG 5 „Steintor“ - Shimen
Alarmpunkt des 3fach Erwärmers
• Lage:
3 Querfinger (2 cun) unterhalb des Nabels
• Traditionell zugeordnet:
Durchfall, Probleme beim Harnlassen, Periodenstörungen, prämenstruelles Syndrom, Unfruchtbarkeit, Impotenz, Kraftlosigkeit
Kommentar:
Die Wirkung der Punkte KG 4,5,6 sind ähnlich und deshalb haben wir sie zusammengefasst.
Wenn wir den Punkt KG 5 genauer betrachten, so hat er eine spezielle Wirkung auf den 3fach Erwärmer. Er stärkt ebenfalls, wie KG 4, das Ursprungs-Qi. Allerdings mehr dadurch, dass er die "3 Brennkammern des Körpers" besser koordiniert.
Die Aufgabe des 3fach Erwärmers ist es, die Aufnahme, Transformation und die Auscheidung im Körper zu regulieren. Je besser dies funktioniert, umso vitaler ist der gesamte Körper.
KG 6 „Meer des Qi“ - Qihai
Kräftigungspunkt des Körpers - das Meer der Energie!
• Lage:
2 Querfinger (1,5 cun) unterhalb des Nabels
• Traditionell zugeordnet:
Durchfall, Probleme beim Harnlassen, Periodenstörungen, prämenstruelles Syndrom, Unfruchtbarkeit, Impotenz, Kraftlosigkeit, physicher und psychischer Erschöpfung
Kommentar:
Die Wirkung der Punkt überschneiden sich und können dennoch sehr differenziert sein. Während KG 6 mehr das Qi stärkt, stärkt KG 4 mehr das Blut. Das ist dadurch zu erklären, dass KG 4 auf dem Dünndarm wirkt und dieser an der Blutproduktion beteiligt ist.
Weiters bewegt KG 6 das Qi, währende KG 4 keinen Qi bewegende Einfluss hat, obwohl beide das Qi stärken.
KG 6 wirkt auf alle Bauchorgane, während KG 4 mehr auf die Gebärmutter einen Einfluss hat.
KG 6 stärkt zusätlich die Milz, während KG 4 die Nieren stärkt.

Das Wort Qi Gong besteht aus 2 Silben — Qi und Gong. Der Chinesische Begriff „Qi“ lässt sich für uns am ehesten durch „Lebensenergie“ übersetzen. Er beinhaltet aber noch mehr als dies. So meint er auch Atem und Luft. In der chinesischen Medizin gilt Qi als die belebende Kraft, die alle Lebewesen durchströmt. Das Qi befindet sich allerdings nicht nur im Körper eines Lebewesens, sondern auch außerhalb. Qi zeigt sich uns auch in der Natur. So werden Tiere, Blumen und Bäume von Qi durchströmt. Qi ist die lebendige Kraft, die allem innewohnt und die Leben erst möglich macht.
Die Japaner nennen diese Kraft „Ki“. In Indien wird sie „Prana“ genannt. Gemeint ist immer dasselbe — die allem innewohnende und uns am Leben erhaltende Kraft und Energie. In der Chinesischen Medizin ist Gesundheit nur dann möglich, wenn das Qi in unserem Körper rein, nicht verschmutzt ist und ungehindert fließen kann.
Durch schlechte Lebensgewohnheiten kann es im Laufe der Zeit zu Energieblockaden im Körpersystem kommen und dadurch können sich Krankheiten manifestieren, die physischer oder psychischer Natur sein können. Ganz allgemein können wir sagen, dass ein lebender Mensch Qi im ganzen Körper besitzt.
Das Wort „Gong“ bedeutet in etwa „Körperarbeit“ oder „Erfolg durch Ausdauer und Übung“. Daher heißt Qi Gong „Arbeit mit der Lebensenergie“. Wir lernen, den Fluss und die Verteilung des Qi in unserem Körper durch Bewegung und Konzentration zu verbessern, um unsere Gesundheit zu stärken und Körper und Geist in Einklang zu bringen. Gleichzeitig lernen wir richtig zu stehen, zwischen Himmel und Erde. Dadurch wird die Haltung maßgeblich verbessert und viele Schmerzen verschwinden von alleine.
Qi Gong versteht sich als ein ganzheitliches Heilsystem mit langer Tradition, welches sich bis heute kontinuierlich weiterentwickelt hat. Es umfasst gesundheitsfördernde Körperhaltungen, Bewegung, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation. Durch diese verschiedenen Übungsmethoden soll Qi im Körper gesammelt und gespeichert werden, wie in einem Reservoir. Ziel ist es das unreine Qi auszuscheiden und frisches reines Qi zu absorbieren.
Qi Gong ist kein Arzneimittel, das für eine begrenzte Zeit verordnet wird, sondern vielmehr sollte es täglich praktiziert werden. Dabei genügen 20 Minuten täglichen Übens, um die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden in hohem Masse zu verbessern.
Jeder kann Qi Gong üben. Es gibt Übungen für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand. Die Übungen können im Stehen, Sitzen, Liegen oder Gehen praktiziert werden. So können auch körperlich angeschlagene Menschen leicht Qi Gong praktizieren und Ihre Gesundheit auf nachhaltige Weise verbessern.
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