Zi Su Ye — Perilla–Blatt
Zi Su Ye — das Blatt der Perilla–Pflanze — ist ein mildes, warmes Kraut, das die Oberfläche befreit, das Lungen–Qi reguliert und den mittleren Erwärmer harmonisiert. Es ist besonders geeignet für Patienten mit gleichzeitiger Wind–Kälte–Invasion und Magen–Qi–Stagnation — eine häufige Kombination bei Erkältungen mit Übelkeit und Völlegefühl. Traditionell dient es zudem als Gegenmittel bei Fisch– und Krabbenvergiftung.
Wirkung aus westlicher Sicht
Perillae Folium enthält ätherische Öle — insbesondere Perillaldehyd, Limonen und Luteolin — sowie Rosmarinsäure, die in zahlreichen Studien eine beeindruckende antiallergische und entzündungshemmende Wirkung zeigen. Die antiallergischen Eigenschaften erklären die traditionelle Verwendung bei Meeresfrüchte–Allergien.
- Rosmarinsäure hemmt die Histaminfreisetzung und zeigt starke antiallergische Wirkung
- Perillaldehyd wirkt antimikrobiell gegen Salmonellen und andere Lebensmittelkeime
- Luteolin hemmt die Degranulation von Mastzellen und reduziert allergische Reaktionen
- Alpha–Linolensäure (Omega–3) im Perillaöl zeigt entzündungshemmende Effekte
- Antivirale Aktivität gegen Influenzaviren in Zellkultur–Studien nachgewiesen
Wirkung aus TCM–Sicht
Zi Su Ye befreit die Oberfläche von Wind–Kälte und bewegt gleichzeitig das Qi im mittleren Erwärmer. Diese doppelte Wirkung macht es einzigartig unter den Oberfläche befreienden Kräutern und erklärt seinen häufigen Einsatz bei Erkältungen mit gastrointestinalen Symptomen.
- Befreit die Oberfläche — bei Wind–Kälte mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen, verstopfter Nase und leichtem Fieber
- Bewegt das Qi und harmonisiert den Magen — bei Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Blähungen
- Beruhigt den Fötus — bei Schwangerschaftsübelkeit und drohender Fehlgeburt durch Qi–Stagnation
- Entgiftet Meeresfrüchte — bei Übelkeit und allergischen Reaktionen nach Fisch– und Krabbengenuss
- Löst Schleim in der Lunge — bei Husten mit weißem Schleim durch Wind–Kälte
Anwendung & Dosierung
5–10 g im Dekokt (Standarddosis, spät zugeben, max. 5 Min. kochen) 6–10 g bei Wind–Kälte–Erkältung 3–6 g bei Schwangerschaftsübelkeit 5–9 g bei Meeresfrüchte–Vergiftung HINWEIS: Flüchtige Öle verdampfen bei langem Kochen — spät zugeben!
Darreichungsformen
Dekokt (spät zugeben), Granulat, frische Blätter, Tee
Dosierung
5–10 g (Dekokt)
Kombinationen & Formeln
In Xiang Su San ist Zi Su Ye das Hauptkraut — zusammen mit Xiang Fu behandelt es Wind–Kälte–Erkältungen mit Qi–Stagnation und Verdauungsbeschwerden. Mit Sheng Jiang und Chen Pi bei Erkältung mit Übelkeit und Erbrechen — alle drei wärmen den Magen und bewegen das Qi. Mit Huang Qin und Bai Zhu beruhigt es den Fötus bei Schwangerschaftsübelkeit und drohendem Abort. Mit Xing Ren und Jie Geng bei Husten mit weißem Schleim durch Wind–Kälte in der Lunge.
Kontraindikationen & Vorsicht
Nicht anwenden bei Wind–Hitze–Erkältungen — Zi Su Ye ist warm und würde die Hitze verstärken. Nicht bei Qi–Mangel mit übermäßigem Schwitzen — die Oberfläche öffnende Wirkung kann den Schweinverlust verschlimmern. Nicht langfristig in hoher Dosis anwenden — die warme Natur kann das Qi verbrauchen. Flüchtige Öle maximal 5 Minuten mitkochen.
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