Xiang Fu — Nussgras–Rhizom

Der „Kommandeur des Qi" — das wichtigste Kraut bei Leber–Qi–Stagnation

Das Nussgras ist weltweit eines der hartnäckigsten Unkräuter — unmöglich auszurotten, weil sein Rhizom sich endlos verzweigt. In der TCM nutzt man genau diese durchdringende Energie: Xiang Fu bewegt stagnierendes Leber–Qi wie kein zweites Kraut und wird Kommandeur des Qi genannt.

Nussgras–Rhizom Cyperi Rhizoma 香附 Xiang Fu

Geschmack Süß, Scharf, Bitter
Temperatur Neutral
Meridian Leber, Milz, Dreifacher Erwärmer
Pflanzenteil Rhizom
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Qi bewegend

Ayuda con Stagnation

Xiang Fu — das Rhizom der Nussgras–Cypere (Cyperus rotundus) — wird in der TCM als „Qì Bìng Zhī Zǒng Sī" bezeichnet: der „Oberbefehlshaber bei Qi–Erkrankungen". Kein anderes Kraut bewegt das Leber–Qi so effektiv und gleichzeitig so sanft. Seit dem Mittelalter ist Xiang Fu das Leitkraut in der gynäkologischen TCM–Praxis, da viele Frauenleiden auf Leber–Qi–Stagnation zurückgeführt werden. Sein aromatischer, leicht bitterer Geschmack durchdringt alle drei Erwärmer und löst Stauungen auf emotionaler und physischer Ebene. Li Shí Zhēn nannte ihn im Běn Cǎo Gāng Mù das „Kraut für die Qi–Krankheiten der Frauen".

Wirkung aus westlicher Sicht

Cyperus rotundus enthält ätherisches Öl (α–Cyperон, β–Selinen), Flavonoide und Terpenoide. Studien belegen analgetische, entzündungshemmende und spasmolytische Wirkungen. Extrakte zeigten in Tiermodellen eine signifikante Hemmung von Uteruskontraktionen — was die traditionelle Anwendung bei Dysmenorrhö stützt. Antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften wurden in vitro nachgewiesen. Die anxiolytische Wirkung wurde in Nagermodellen bestätigt.

Wirkung aus TCM–Sicht

Xiang Fu bewegt das Leber–Qi, reguliert die Menstruation und stillt Schmerzen. Er löst Leber–Qi–Stagnation mit Spannungsgefühl in der Brust, Reizbarkeit, Seufzen und Völlegefühl. Bei Dysmenorrhö, unregelmäßiger Menstruation und prämenstruellem Syndrom ist er unverzichtbar. Darüber hinaus harmonisiert er Leber und Milz bei Verdauungsbeschwerden durch emotionalen Stress. Je nach Verarbeitung verändert sich seine Wirkrichtung: essigbehandelt (Cù Zhì) wirkt er stärker auf Schmerzen, weinbehandelt (Jiǔ Zhì) stärker auf das Blut.

TCM–Anwendung: Xiang Fu

Anwendung & Dosierung

Im Dekokt 6–12 g. Die Verarbeitung bestimmt die Wirkrichtung: roh (Shēng) für allgemeine Qi–Bewegung, essigbehandelt (Cù Xiāng Fù) bei Schmerzen, weinbehandelt bei Blut–Stagnation, salzbehandelt für den unteren Erwärmer. Als Granulat–Extrakt (5:1) typischerweise 1–2 g.

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tabletten, Pillen, Pulver

Dosierung

6–12 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Chái Hú in Chái Hú Shū Gān Sǎn bei Leber–Qi–Stagnation mit Flanken–Schmerzen. Mit Dāng Guī und Chuān Xiōng bei Dysmenorrhö. Mit Mù Xiāng bei Qi–Stagnation im mittleren Erwärmer mit Blähungen. Mit Gāo Liáng Jiāng in Liáng Fù Wán bei Magenschmerzen durch Kälte und Qi–Stagnation.

Kontraindikationen & Vorsicht

Vorsicht bei Qi–Mangel ohne Stagnation — Xiang Fu bewegt, ohne zu tonisieren, und kann bei erschöpften Patienten das Qi weiter schwächen. Nicht bei Yin–Mangel mit Hitze. Übermäßige Langzeitanwendung kann das Qi und Blut erschöpfen.

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