Qin Jiao — Großblättriger Enzian

Die Enzianwurzel — vertreibt Wind–Feuchtigkeit und klärt Mangel–Hitze

Unter den Wind–Feuchtigkeit–Kräutern besitzt Qin Jiao eine seltene Doppelbegabung: Es vertreibt nicht nur Bi–Syndrom aus den Gelenken, sondern klärt auch die Mangel–Hitze, die bei chronischen Erkrankungen schwelend im Körper verbleibt.

Großblättriger Enzian Gentianae Macrophyllae Radix 秦艽 Qin Jiao

Geschmack Amargo
Temperatur Leicht kühl
Meridian Magen, Leber, Gallenblase
Pflanzenteil Wurzel
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Wind–Feuchtigkeit lösend

Ayuda con Humedad

Qin Jiao — die Wurzel des großblättrigen Enzians Gentiana macrophylla — ist ein wichtiges Kraut zur Behandlung von Wind–Feuchtigkeit–Bi–Syndromen (Gelenkschmerzen). Es gehört zur mittleren Klasse und zeichnet sich durch seine sanfte, nicht zu trocknende Natur aus. Besonders geschätzt wird seine Fähigkeit, gleichzeitig Wind–Feuchtigkeit zu vertreiben und Mangel–Hitze zu klären.

Wirkung aus westlicher Sicht

Gentiopicrin und andere Iridoidglykoside zeigen in Studien entzündungshemmende, analgetische und antipyretische Eigenschaften. Klinische Untersuchungen bestätigen die Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis und Gichtarthritis.

Wirkung aus TCM–Sicht

Qin Jiao vertreibt Wind–Feuchtigkeit und öffnet die Leitbahnen — es lindert Gelenkschmerzen, Muskelsteifheit und Bi–Syndrome. Gleichzeitig klärt es Mangel–Hitze (Dampf–Knochen–Fieber) und wird bei Yin–Mangel mit Nachmittagsfieber eingesetzt. Es leitet auch Feuchtigkeit–Hitze aus Magen und Darm.

TCM–Anwendung: Qin Jiao

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt Bei Mangel–Hitze: niedrigere Dosis (3–6 g) Bei Wind–Feuchtigkeit–Bi: höhere Dosis (6–10 g)

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tinktur

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Qiang Huo und Du Huo bei wandernden Gelenkschmerzen durch Wind–Feuchtigkeit. Mit Yin Chai Hu und Di Gu Pi bei Mangel–Hitze mit Nachmittagsfieber und Nachtschweiß — in der Rezeptur Qin Jiao Bie Jia San. Mit Sang Zhi und Wei Ling Xian bei chronischen Bi–Syndromen mit Steifheit.

Geschichte & Tradition

Qin Jiao wurde im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel gegen Gelenkschmerzen und Lähmungen beschrieben. In der Tang–Dynastie war es Bestandteil zahlreicher Rezepturen gegen Bi–Syndrome. Der Name Qín Jiāo verweist auf die Region Qin (heute Shaanxi/Gansu), wo die Pflanze besonders häufig vorkommt. Jiāo beschreibt die verdrehte, gewundene Form der Wurzel.

Kontraindikationen & Vorsicht

Vorsicht bei Durchfall durch Milz–Mangel — die bittere, leicht kühle Natur kann die Verdauung weiter schwächen. Nicht bei Kälte–Bi (Gelenkschmerzen, die sich durch Wärme bessern) als Einzelkraut einsetzen.

Pflanzenfoto: Qin Jiao

Botanik

Gentiana macrophylla ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Enziangewächse. Die dicke, fleischige Wurzel wird im Frühjahr oder Herbst geerntet. Sie ist gelblich–braun und hat einen charakteristisch bitteren Geschmack. Vorkommen: Nordwest–China (Gansu, Shaanxi, Sichuan), in Bergwiesen auf 2000–4000 m Höhe.

Erntezeit

Frühjahr oder Herbst

Verarbeitung

Getrocknet, in Scheiben geschnitten

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