Qu Mai — Nelken–Kraut

Das kühlende Nelkenkraut — fördert Harnfluss und klärt Feuchtigkeit–Hitze

Die chinesische Nelke blüht in zartem Rosa, doch ihre Heilkraft liegt im Pragmatischen: Sie öffnet die Harnwege und spült Feuchtigkeit–Hitze aus der Blase. In der berühmten Formel Bā Zhèng Sǎn arbeitet Qu Mai als einer von acht Partnern gegen schmerzhaftes Wasserlassen.

Nelken–Kraut Dianthi Herba 瞿麦 Qu Mai

Geschmack Bitter
Temperatur Kalt
Meridian Herz, Dünndarm, Blase
Pflanzenteil ganzes Kraut
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Klärend

Hilft bei Feuchtigkeit

Qu Mai — das blühende Kraut der chinesischen Nelke (Dianthus superbus) — ist ein bewährtes Mittel zur Förderung des Harnflusses und zur Klärung von Feuchtigkeit–Hitze in der Blase. Mit seiner kalten, bitteren Natur leitet es Hitze über den Urin aus und wird bei schmerzhaftem, tropfenweisem Wasserlassen, Blut im Urin und Harnwegsinfekten eingesetzt. Zusätzlich belebt es das Blut und kann Menstruationsstauungen lösen.

Wirkung aus westlicher Sicht

Dianthus–Saponine zeigen in Studien diuretische und antimikrobielle Eigenschaften. In vitro wurden hemmende Effekte auf Harnwegskeime nachgewiesen. Tierexperimentelle Daten deuten auf eine milde blutdrucksenkende Wirkung hin.

Wirkung aus TCM–Sicht

Qu Mai fördert den Harnfluss und klärt Feuchtigkeit–Hitze aus der Blase. Es behandelt schmerzhaftes Wasserlassen (Lin–Syndrom), Blut im Urin und Ödeme. Zusätzlich belebt es das Blut und löst Menstruationsstauungen — besonders bei Amenorrhoe durch Blut–Stase.

TCM–Anwendung: Qu Mai

Anwendung & Dosierung

6–10 g im Dekokt (Standarddosis) Bis 15 g bei ausgeprägtem Lin–Syndrom Als Pulver: 1,5–3 g pro Einnahme

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Pulver

Dosierung

6–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

In Ba Zheng San mit Hua Shi, Mu Tong, Che Qian Zi und Zhi Zi — die Standardrezeptur bei Feuchtigkeit–Hitze im Harntrakt mit schmerzhaftem Wasserlassen. Mit Bian Xu bildet Qu Mai ein klassisches Paar zur Förderung des Harnflusses und Klärung von Feuchtigkeit–Hitze in der Blase. Mit Dang Gui und Tao Ren bei Amenorrhoe durch Blut–Stase im Unterleib.

Geschichte & Tradition

Qu Mai wird im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Kraut der mittleren Klasse aufgeführt. Der Name Qú Mài bedeutet wörtlich gebogener Weizen — ein Hinweis auf die knotig–gegliederten Stängel, die an Weizenhalme erinnern. In der klassischen Rezeptur Ba Zheng San — der wichtigsten Formel gegen Feuchtigkeit–Hitze im Harntrakt — ist Qu Mai ein Schlüsselbestandteil neben Hua Shi, Mu Tong und Che Qian Zi. Die hübschen, gefransten Blüten der Pflanze machten sie auch zum beliebten Gartengewächs — in der westlichen Botanik als Prachtnelke (Dianthus superbus) bekannt.

Kontraindikationen & Vorsicht

Streng kontraindiziert in der Schwangerschaft — Qu Mai kann Uteruskontraktionen auslösen. Nicht anwenden bei Milz–Qi–Mangel mit reichlichem, klarem Urin ohne Hitzezeichen. Vorsicht bei ausgeprägtem Yin–Mangel — die kalte, ableitende Natur kann die Körpersäfte weiter erschöpfen. Langfristige Anwendung vermeiden.

Pflanzenfoto: Qu Mai

Botanik

Dianthus superbus ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie wird 30–60 cm hoch und trägt charakteristisch gefranste, rosa bis lilafarbene Blüten mit einem süßen Duft. Das gesamte oberirdische Kraut wird während der Blütezeit im Sommer geerntet, geschnitten und getrocknet. Die Qualität gilt als gut, wenn Blüten und Blätter gut erhalten sind. Vorkommen: Weit verbreitet in Europa und Asien, in China besonders in den Provinzen Hebei, Henan und Hubei auf Wiesen und an Waldrändern.

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