Wu Yao — Lindera–Wurzel

Lindera–Wurzel — bewegt das Qi und wärmt die Niere

Wu Yao ist das große Qi–Regulierungsmittel des unteren Erwärmers. Während andere Qi–bewegende Kräuter den mittleren Bereich adressieren, dringt die Lindera–Wurzel tief in Niere und Blase ein — dort wärmt sie das Yang, löst Kälte–Stagnation und bringt das Qi wieder in Fluss.

Lindera–Wurzel Linderae Radix 乌药 Wu Yao

Geschmack Scharf
Temperatur Warm
Meridian Lunge, Milz, Niere, Blase
Pflanzenteil Wurzel
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Qi bewegend

Hilft bei Stagnation

Wu Yao — die Wurzel der Lindera — ist ein warmes, Qi bewegendes Kraut mit besonderer Affinität zum unteren Erwärmer. Es bewegt das Qi, zerstreut Kälte und lindert Schmerzen — insbesondere bei Kälte–Stagnation in Niere, Blase und Unterbauch. Wu Yao ist die Kaiserdroge in Tian Tai Wu Yao San gegen Hernien–Schmerzen und ein wichtiger Bestandteil vieler Rezepturen gegen Dysmenorrhö durch Kälte.

Wirkung aus westlicher Sicht

Linderae Radix enthält Sesquiterpenoide — insbesondere Linderan und Linderalacton — sowie Alkaloide wie Linderanin, die eine vielfältige pharmakologische Aktivität zeigen. Besonders die spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur des Gastrointestinaltrakts ist klinisch relevant.

  • Linderalacton zeigt starke analgetische Wirkung in Schmerzmodellen
  • Spasmolytische Effekte auf Uterus– und Darmmuskulatur bestätigt
  • Antioxidative Wirkung der Sesquiterpenoid–Fraktion nachgewiesen
  • Entzündungshemmende Aktivität durch Hemmung von COX–2 und PGE2
  • Positive Effekte auf die Magenmotilität und Magenentleerung dokumentiert

Wirkung aus TCM–Sicht

Wu Yao bewegt das Qi und zerstreut Kälte — es ist das Hauptkraut für Qi–Stagnation im unteren Erwärmer mit Kälte–Muster. Seine warme, scharfe Natur durchdringt Lunge, Milz, Niere und Blase und macht es zu einem vielseitigen Schmerzmittel bei Kälte–bedingten Beschwerden.

  • Bewegt das Qi und lindert Schmerzen — bei Völlegefühl, Blähungen und Unterbauchschmerzen durch Kälte–Stagnation
  • Wärmt die Niere — bei häufigem Wasserlassen, Enuresis und Kältegefühl im unteren Rücken
  • Zerstreut Kälte im Uterus — bei Dysmenorrhö durch Kälte–Stagnation im Chong– und Ren–Mai
  • Reguliert das Lungen–Qi — unterstützend bei Asthma und Husten mit Kälte–Muster
  • Behandelt Hernien–Schmerzen — Kaiserdroge in Tian Tai Wu Yao San

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt (Standarddosis) 6–10 g bei Hernien–Schmerzen und Kälte im unteren Erwärmer 3–6 g zur Qi–Regulierung im mittleren Erwärmer Als Pulver: 1,5–3 g pro Einnahme

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Pulver, Tabletten

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

In Tian Tai Wu Yao San ist Wu Yao die Kaiserdroge — zusammen mit Xiao Hui Xiang, Gao Liang Jiang und Qing Pi behandelt es Hernien–Schmerzen durch Kälte im Leber–Meridian. Mit Xiang Fu bildet es ein klassisches Paar zur Qi–Regulierung bei Dysmenorrhö — Wu Yao wärmt den unteren Erwärmer, Xiang Fu bewegt das Leber–Qi. Mit Yi Zhi Ren und Shan Yao in Suo Quan Wan stärkt es die Niere bei häufigem Wasserlassen und Enuresis. Mit Dang Gui und Chuan Xiong bei Dysmenorrhö durch Kälte–Stagnation im Blut.

Kontraindikationen & Vorsicht

Nicht anwenden bei Qi– und Yin–Mangel mit Hitze–Zeichen — Wu Yao ist warm und scharf und kann Leere–Hitze verstärken. Vorsicht bei innerer Hitze und trockenem Stuhl. Nicht bei Blut–Hitze oder übermäßiger Menstruation einsetzen. Schwangerschaft: nur unter fachkundiger Anleitung.

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