Xian Mao — Curculigo–Rhizom

Das feurige Rhizom — wärmt das Nieren–Yang und vertreibt Kälte–Bi

Xian Mao brennt wie unterirdisches Feuer — sein scharfes, heißes Wesen durchdringt die Knochen und vertreibt selbst die hartnäckigste Kälte aus den Gelenken. In der Partnerschaft mit Yin Yang Huo entfaltet es seine stärkste Yang–tonisierende Kraft.

Curculigo–Rhizom Curculiginis Rhizoma Xian Mao

Geschmack Scharf
Temperatur Heiß
Meridian Niere, Leber, Milz
Pflanzenteil Rhizom
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Wärmend

Hilft bei Yang & Yin

Xian Mao — das Curculigo–Rhizom — ist ein kraftvolles Yang–Tonikum mit heißer Natur. Es gehört zur mittleren Klasse der TCM–Arzneimittel und wird seit der Tang–Dynastie gezielt bei Nieren–Yang–Mangel mit Kältesymptomen eingesetzt. Das Rhizom wärmt das Ming Men (Lebenstor–Feuer) und stärkt die Essenz (Jīng). Besonders bekannt ist Xian Mao in der Kombination mit Yin Yang Huo (Elfenblumen–Kraut) — zusammen bilden sie das berühmte Paar Er Xian Tang, eine Rezeptur, die bei klimakterischen Beschwerden durch Nieren–Yang– und Nieren–Yin–Mangel eingesetzt wird. Seine heiße Natur macht es zu einem der stärksten Yang–wärmenden Kräuter der Materia Medica.

Wirkung aus westlicher Sicht

Curculigoside und Curculigol — die Hauptwirkstoffe — zeigen in präklinischen Studien östrogene, neuroprotektive und knochenprotektive Eigenschaften. Xian Mao wird als pflanzliche Alternative bei postmenopausaler Osteoporose erforscht.

  • Östrogene Wirkung: Curculigoside binden an Östrogenrezeptoren und lindern klimakterische Symptome
  • Knochenprotektiv: fördert Osteoblasten–Aktivität und hemmt Osteoklasten
  • Neuroprotektiv: verbessert Gedächtnisleistung in Tiermodellen
  • Antioxidativ: schützt vor oxidativem Stress in Leber und Niere
  • Immunmodulierend: steigert die zelluläre Immunantwort

Wirkung aus TCM–Sicht

Xian Mao wärmt das Nieren–Yang, stärkt die Essenz und vertreibt Kälte–Feuchtigkeit aus den Gelenken und Leitbahnen. Es ist besonders wirksam bei Kälte–Mustern des unteren Erwärmers mit Impotenz, Kältegefühl und Schwäche.

  • Wärmt das Nieren–Yang und stärkt das Ming Men–Feuer
  • Stärkt Jīng (Essenz) bei Impotenz und Unfruchtbarkeit durch Yang–Mangel
  • Vertreibt Kälte–Feuchtigkeit aus Knochen und Gelenken (Kälte–Bi)
  • Wärmt die Milz bei Durchfall durch Yang–Mangel
  • Stärkt Sehnen und Knochen bei Schwäche im unteren Rücken und in den Knien

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt (Standarddosis) Bis 15 g bei ausgeprägtem Yang–Mangel Als Pulver: 1–3 g pro Einnahme Wichtig: Nicht langfristig in hoher Dosierung anwenden

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Pulver, Wein–Auszug

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Yin Yang Huo (Elfenblumen–Kraut) bildet es das Kernpaar der Rezeptur Er Xian Tang — die wichtigste Formel bei klimakterischen Beschwerden mit gleichzeitigem Yang– und Yin–Mangel der Niere. Mit Du Zhong (Eucommia–Rinde) und Xu Duan bei Rückenschmerzen und Knieschwäche durch Nieren–Yang–Mangel. Mit Ba Ji Tian (Morinda–Wurzel) zur verstärkten Yang–Tonisierung bei Impotenz und Kälte im unteren Erwärmer.

Kontraindikationen & Vorsicht

Streng kontraindiziert bei Yin–Mangel mit Hitzezeichen — die heiße Natur verstärkt inneres Feuer erheblich. Nicht anwenden bei Blut–Hitze mit Blutungen. Vorsicht bei trockener Konstitution und Obstipation. In der Schwangerschaft kontraindiziert. Bei gleichzeitiger Einnahme von Hormonpräparaten ärztliche Rücksprache empfohlen.

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