Glaukom aus Sicht der chinesischen Medizin

... fünf Akupunkturpunkte bei einem Glaukom

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Glaukom

 

Glaukom ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des Auges, die mit einer Druckschädigung des Nervus opticus zu tun haben. Verbunden damit sind Gesichtsfeldausfälle. Die Früherkennung des Glaukoms durch regelmäßige Messungen des Augeninnendrucks ist eine Maßnahme zur Prävention.

 

Das Glaukom ist die zweithäufigste Ursache für Erblindung und deshalb nicht zu unterschätzen. Deshalb gehört es in die Hände eines Arztes. Die gezeigten Akupunkturpunkte sind eine begleitende Maßnahme zu einer ärztlich verordneten Therapie.

 

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einem primären und sekundären Glaukom. Das primäre Glaukom tritt eigenständig auf und nicht in Folge einer anderen Augenerkrankung. Das Sekundäre Glaukom tritt als Folge einer bestehenden Augenerkrankung oder als Nebenwirkung eines Medikamentes auf.

Akupen

Gb 20 „Windteich“ - Fengchi

Einer der Hauptpunkte bei Augenbeschwerden und Ohrproblemen

 

   Lage:

In der Vertiefung zwischen dem Muskel Sternocleidomastoideus und dem Trapeziusmuskel. Auf einer Höhe mit LG16

 

Traditionell zugeordnet:

Nackenschmerzen, Nackensteifheit (aufgrund von Zugluft), Kopfschmerzen, Schwindel, Höhenangst, unscharfes Sehen, Tinnitus und Hörverlust, Gedächtnisschwäche

 

Kommentar:

Dies ist ein wichtiger Punkt um inneren und äußeren Wind zu eliminieren. Vor allem wenn er sich in Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen äußert. In Kombination mit Lu07 leitet der Wind-Kälte aus. Um Wind-Hitze auszuleiten wird GB20 mit Di04 und 3E05 kombiniert.

 

Er ist ein wichtiger Punkt, weil er den Übergang von Wirbelsäule zu Gehirn bildet. Diese stelle (Occipitalbereich) sollte frei sein von Blockaden, damit das Gehirn optimal versorgt wird und reibungslos arbeiten kann.

 

Gb 14 „Yang-Weiß“ - Yangbai

Wichtiger Punkt bei Kopfschmerzen und Stirnhöhlenproblemen

 

  Lage:

1 cun oberhalb der Mitte der Augenbraue

 

Traditionell zugeordnet:

Kopfschmerzen, Faszialisparese, Stirnhöhlenproblemen, Brennenden Augen, Zucken des Augenlids, Fehlsichtigkeit, Nachtblindheit

 

Kommentar:

Dieser Punkt wirkt als Lokaler Punkt bei Kopfschmerzen, wenn sie im Verlauf des Gallenblasenmeridians sind, also seitlich an den Schläfen. Er wirkt aber auch bei einseitigem Stirnkopfschmerz.

 

Bl 02  „Zusammengelegter Bambus“ - Zanzhu

Wichtiger lokaler Einflusspunkt für die Augen

 

   Lage:

Am inneren Ende der Augenbraue

 

Traditionell zugeordnet:

Stirnkopfschmerzen, verstopfter Nase, Fehlsichtigkeit, Augenrötung, Augenproblemen, Heuschnupfen

 

Kommentar:

Dies ist ein wichtiger lokaler Punkt für die Augen. Er vertreibt äußeren Wind aus dem Gesicht. Deshalb ist er hilfreich bei Gesichtstics, Faszialisparese und Trigenimusneuralgie.

 

Da Bl02 auch die Leber beruhigt, kann er bei allen Leber-Mustern eingesetzt werden: rote Augen, unscharfes Sehen, Mouches volantes und Kopfschmerzen rund um die Augen oder hinter den Augen.


 

PaM-3 „Siegelhalle“ - Yintang

Meisterpunkt für Kopfschmerzen und verstopfte Nase

 

Lage:

In der Mitte zwischen den Augenbrauen, an der Nasenwurzel, an ihrer tiefsten Stelle.

 

Traditionell zugeordnet:

Augenkranheiten, verstopfter Nase, Schlaflosigkeit, Kopschmerzen (vor allem im Stirnbereich), Schwindel, Sinusitis,

 

Kommentar:

Dieser Punkt wird als Meisterpunkt für Kopfsschmerzen und Nase bezeichnet. Zusammen mit Bl 02 hat er eine noch stärkere Wirkung. Er hat aber auch eine stark geistig beruhigende Wirkung.

 

Diesen Punkt bezeichnet man auch als das obere Dantien. Dantien bedeutet soviel wie "Meer der Energie". Das untere Dantien ist der KG 6 Punkt, das mittlere Dantien ist der KG 17 Punkt und das obere ist der PaM-3 Punkt.

 

PaM bedeutet: Punkt ausserhalb der Meridiane. Dies sind Punkte, die aus der jahrtausende alten Überlieferung heraus sehr wirkungsvoll sind, aber eben auf keinem der klassischen Meridian liegen.

 

Es gibt insgesamt 48 socher Extrapunkte, wie sie auch genannt werden.

 

Le 03  „Großes Treffen“ - Taichong

Quellpunkt des Lebermeridians, wichtigster Punkt auf dem Lebermeridian

 

Lage:

auf dem Fußrücken zwischen 1. Und 2. Zeh, am Ende der „Rinne“

 

Traditionell zugeordnet:

Migräne mit Lichtempfindlichkeit, Menstruationsprobleme, Übelkeit, Unterleibsschmerzen, allgemein Spannung lösend, Verstopfung

 

Kommentar:

Dies ist ein wichtiger Punkt zur Beseitigung von Fülle in der Leber, er ist etwas milder in der Wirkung als Le02.

 

Er hat eine spezielle Wirkung bei Krämpfen und verstärkter Muskelkontraktion.

 

Er hat eine tiefgreifende und beruhigende Wirkung auf die Psyche und ist bei sehr angespannten, ungeduldigen und gestressten Menschen ein wichtiger Punkt. Diese Funktion fehlt dem Punkt Le 02. Dazu wird der Punkt gern mit Di4 zusammen eingesetzt. Zusammen gehören sie zu den wichtigsten Akupunkturpunkten und werden die "Vier Pforten" genannt.

 

Qi Gong

Das Wort Qi Gong besteht aus 2 Silben — Qi und Gong. Der Chinesische Begriff „Qi“ lässt sich für uns am ehesten durch „Lebensenergie“ übersetzen. Er beinhaltet aber noch mehr als dies. So meint er auch Atem und Luft. In der chinesischen Medizin gilt Qi als die belebende Kraft, die alle Lebewesen durchströmt. Das Qi befindet sich allerdings nicht nur im Körper eines Lebewesens, sondern auch außerhalb. Qi zeigt sich uns auch in der Natur. So werden Tiere, Blumen und Bäume von Qi durchströmt. Qi ist die lebendige Kraft, die allem innewohnt und die Leben erst möglich macht.

 

Die Japaner nennen diese Kraft „Ki“. In Indien wird sie „Prana“ genannt. Gemeint ist immer dasselbe — die allem innewohnende und uns am Leben erhaltende Kraft und Energie. In der Chinesischen Medizin ist Gesundheit nur dann möglich, wenn das Qi in unserem Körper rein, nicht verschmutzt ist und ungehindert fließen kann.

 

Durch schlechte Lebensgewohnheiten kann es im Laufe der Zeit zu Energieblockaden im Körpersystem kommen und dadurch können sich Krankheiten manifestieren, die physischer oder psychischer Natur sein können. Ganz allgemein können wir sagen, dass ein lebender Mensch Qi im ganzen Körper besitzt.

 

Das Wort „Gong“ bedeutet in etwa „Körperarbeit“ oder „Erfolg durch Ausdauer und Übung“. Daher heißt Qi Gong „Arbeit mit der Lebensenergie“. Wir lernen, den Fluss und die Verteilung des Qi in unserem Körper durch Bewegung und Konzentration zu verbessern, um unsere Gesundheit zu stärken und Körper und Geist in Einklang zu bringen. Gleichzeitig lernen wir richtig zu stehen, zwischen Himmel und Erde. Dadurch wird die Haltung maßgeblich verbessert und viele Schmerzen verschwinden von alleine.

 

Qi Gong versteht sich als ein ganzheitliches Heilsystem mit langer Tradition, welches sich bis heute kontinuierlich weiterentwickelt hat. Es umfasst gesundheitsfördernde Körperhaltungen, Bewegung, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation. Durch diese verschiedenen Übungsmethoden soll Qi im Körper gesammelt und gespeichert werden, wie in einem Reservoir. Ziel ist es das unreine Qi auszuscheiden und frisches reines Qi zu absorbieren.

 

Qi Gong ist kein Arzneimittel, das für eine begrenzte Zeit verordnet wird, sondern vielmehr sollte es täglich praktiziert werden. Dabei genügen 20 Minuten täglichen Übens, um die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden in hohem Masse zu verbessern.

 

Jeder kann Qi Gong üben. Es gibt Übungen für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand. Die Übungen können im Stehen, Sitzen, Liegen oder Gehen praktiziert werden. So können auch körperlich angeschlagene Menschen leicht Qi Gong praktizieren und Ihre Gesundheit auf nachhaltige Weise verbessern.

 

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