Qiang Huo — Notopterygium–Wurzel

Die Bergwurzel — vertreibt Wind–Kälte und lindert Nacken–Schmerzen

Die Notopterygium–Wurzel wächst in über 3000 Metern Höhe auf dem tibetischen Hochplateau — diese extreme Herkunft verleiht ihr die Kraft, selbst tiefste Wind–Kälte aus dem Taiyang–Meridian zu vertreiben. Kein Kraut löst Nacken– und Schulterschmerzen schneller.

Notopterygium–Wurzel Notopterygii Rhizoma et Radix 羌活 Qiang Huo

Geschmack Sharp
Temperatur Warm
Meridian Blase, Niere
Pflanzenteil Rhizom
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Befreiend

Helps with Cold

Qiang Huo — die Wurzel des Notopterygium — ist eines der stärksten Kräuter zur Befreiung der Oberfläche von Wind–Kälte. Es hat eine besondere Affinität zum Taiyang–Meridian (Blase) und wird bevorzugt bei Erkältungen mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und Schmerzen im oberen Rücken eingesetzt. Darüber hinaus vertreibt es Wind–Feuchtigkeit aus den Gelenken und lindert Bi–Syndrom.

Wirkung aus westlicher Sicht

Notopterol und Isoimperatorin — die Hauptwirkstoffe — zeigen in Studien entzündungshemmende und analgetische Eigenschaften. Pharmakologische Untersuchungen belegen eine antipyretische Wirkung und eine Hemmung der Prostaglandin–Synthese. In Tiermodellen wurde eine antirheumatische Aktivität nachgewiesen. Die ätherischen Öle zeigen antimikrobielle Wirkung gegen häufige Erkältungserreger.

Wirkung aus TCM–Sicht

Qiang Huo befreit die Oberfläche von Wind–Kälte–Feuchtigkeit und leitet Wind–Feuchtigkeit aus den Gelenken. Es ist das Leitkraut für den Taiyang–Meridian und den oberen Körper — bei Nackensteifigkeit, Hinterkopfschmerzen und Schmerzen im oberen Rücken ist es das Mittel der Wahl. Durch seine stark zerstreuende Wirkung vertreibt es pathogene Faktoren aus der Oberfläche und öffnet die Poren. Bei Bi–Syndrom im oberen Körper (Schultern, Nacken, Arme) wird es bevorzugt eingesetzt.

TCM–Anwendung: Qiang Huo

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt (Standarddosis) Bis 15 g bei akuter Wind–Kälte mit starken Schmerzen Nicht zu lange kochen — die ätherischen Öle verflüchtigen sich bei längerem Sieden

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tabletten, Pulver

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Fang Feng und Cang Zhu in Jiu Wei Qiang Huo Tang — bei schweren Wind–Kälte–Infekten mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Feuchtigkeit. Mit Du Huo bildet es das klassische Paar: Qiang Huo für den oberen Körper, Du Huo für den unteren — zusammen decken sie den gesamten Taiyang–Meridian ab. Mit Chuan Xiong bei starken Kopfschmerzen durch Wind–Kälte. Mit Wei Ling Xian und Jiang Huang bei Bi–Syndrom in Schultern und Nacken.

Geschichte & Tradition

Qiang Huo wird im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng unter dem Namen Dú Huó erwähnt — erst in der Tang–Dynastie trennte man die beiden Kräuter: Qiang Huo für den oberen Körper und Du Huo für den unteren. Diese Unterscheidung wurde im Běn Cǎo Gāng Mù von Li Shizhen endgültig festgelegt. Der Name Qiāng Huó — Qiang–Lebenskraft — verweist auf das Volk der Qiang im westernchinesischen Hochland, wo die Pflanze in großen Höhen wild wächst. In der Jin–Dynastie wurde Qiang Huo zum Hauptbestandteil der Jiu Wei Qiang Huo Tang — einer Rezeptur, die bis heute bei schweren Wind–Kälte–Infekten mit Feuchtigkeit verwendet wird.

Kontraindikationen & Vorsicht

Nicht anwenden bei Blut–Mangel mit Wind–Symptomen oder bei Yin–Mangel mit Kopfschmerzen — die stark zerstreuende, warme Natur kann das Yin und Blut weiter schädigen. Bei Leere–Kopfschmerzen (dumpf, besser durch Ruhe) ist Qiang Huo kontraindiziert. Vorsicht bei übermäßigem Schwitzen — Qiang Huo öffnet die Poren stark und kann das Qi erschöpfen. In der Schwangerschaft mit Vorsicht verwenden.

Pflanzenfoto: Qiang Huo

Botanik

Notopterygium incisum und N. franchetii sind ausdauernde Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die 60–120 cm hoch werden. Das medizinisch verwendete Rhizom ist knotig, aromatisch und hat einen scharfen, leicht betäubenden Geschmack. Es wird im Frühjahr oder Herbst ausgegraben und getrocknet. Vorkommen: Hochgebirgsregionen in West–China (Sichuan, Gansu, Qinghai, Tibet), in 2000–5000 m Höhe. Die Pflanze ist schwer zu kultivieren und wird überwiegend wild gesammelt — der Bestand ist gefährdet.

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