Ma Huang — Meerträubel

Meerträubel — öffnet die Oberfläche, befreit die Lunge von Kälte

Aus dem unscheinbaren Meerträubel isolierte Nagayoshi Nagai 1885 das Ephedrin — eine Substanz, die die westliche Pharmakologie revolutionierte. In der TCM wird Ma Huang seit über 2000 Jahren als mächtigstes Kraut gegen äußere Kälte–Fülle eingesetzt.

Meerträubel Ephedrae Herba 麻黄 Ma Huang

Geschmack Scharf, Bitter
Temperatur Warm
Meridian Lunge, Blase
Pflanzenteil Kraut
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Oberfläche befreiend

Helps with Cold

Ma Huang — das Meerträubelkraut — ist eines der kraftvollsten Kräuter der TCM zur Behandlung äußerer Kälte–Syndrome. Es öffnet die Oberfläche, fördert das Schwitzen und befreit die Lunge. Als Hauptkraut in Ma Huang Tang ist es seit über 2000 Jahren die erste Wahl bei Wind–Kälte–Erkältungen mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und fehlendem Schweiß. Aufgrund seiner starken Wirkung erfordert es präzise Dosierung und klare Indikation.

Wirkung aus westlicher Sicht

Ephedrin und Pseudoephedrin — die Hauptalkaloide — sind potente Sympathomimetika. Ephedrin wirkt bronchiodilatatorisch, blutdrucksteigernd und zentralstimulierend. Es war die Vorlage für synthetische Bronchodilatatoren und Dekongestiva. Pseudoephedrin wird weltweit in Erkältungsmedikamenten eingesetzt. ACHTUNG: Wegen des Missbrauchspotenzials (Methamphetamin–Vorstufe) ist der Verkauf von Ephedra in vielen Ländern reguliert.

Wirkung aus TCM–Sicht

Ma Huang öffnet die Oberfläche und fördert das Schwitzen — das stärkste diaphoretische Kraut bei Wind–Kälte–Syndrom mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen ohne Schweiß. Es befreit die Lunge und stillt Keuchen — bei Asthma und Bronchitis durch Kälte oder Schleim. Es fördert die Diurese und reduziert Ödeme — besonders bei akutem Ödem im Oberkörper (Wind–Wasser). Die Stängel (Ma Huang) fördern Schweiß, die Wurzel (Ma Huang Gen) stoppt Schweiß — gegensätzliche Wirkungen desselben Krauts.

TCM–Anwendung: Ma Huang

Anwendung & Dosierung

2–10 g im Dekokt (Standarddosis) Niedrig dosieren (2–3 g) bei empfindlichen Patienten Zuerst kochen und Schaum abschöpfen, um Nebenwirkungen zu reduzieren Ma Huang Gen (Wurzel): 3–10 g zum Stoppen von Schweiß

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tabletten, honigbehandelt (zhi) für mildere Wirkung

Dosierung

2–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Gui Zhi in Ma Huang Tang — der Hauptrezeptur bei schwerem Wind–Kälte–Syndrom mit Schüttelfrost, Körperschmerzen und fehlendem Schweiß. Mit Xing Ren und Shi Gao in Ma Xing Shi Gan Tang — bei Lungenhitze mit Husten, Keuchen und Fieber. Mit Xi Xin und Fu Zi in Ma Huang Fu Zi Xi Xin Tang — bei äußerer Kälte bei Yang–Mangel–Konstitution. Mit Yi Yi Ren bei Wind–Feuchtigkeit–Bi–Syndrom mit Gelenkschmerzen.

Kontraindikationen & Vorsicht

NICHT anwenden bei spontanem Schwitzen oder Nachtschweiß — Ma Huang öffnet die Oberfläche weiter und verschlimmert den Flüssigkeitsverlust. Nicht bei Bluthochdruck, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen. Nicht bei Yin–Mangel mit innerer Hitze. Vorsicht bei Schilddrüsenüberfunktion. Kontraindiziert in der Schwangerschaft. Nicht bei Schlaflosigkeit und Angststörungen. In vielen Ländern reguliert — auf lokale Vorschriften achten.

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