Sang Ji Sheng — Maulbeer–Mistel

Die Mistel vom Maulbeerbaum — stärkt Leber und Niere, schützt die Schwangerschaft

Die Mistel, die auf dem Maulbeerbaum wächst, gilt als die edelste ihrer Art — sie nährt sich von der Lebenskraft ihres Wirts und überträgt sie in der TCM auf Leber und Niere des Patienten. Seit der Han–Dynastie wird sie zum Schutz der Schwangerschaft eingesetzt.

Maulbeer–Mistel Taxilli Herba 桑寄生 Sang Ji Sheng

Geschmack Bitter
Temperatur Neutral
Meridian Leber, Niere
Pflanzenteil Ganzes Kraut
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Wind–Feuchtigkeit lösend

Helps with Humidity

Sang Ji Sheng — der parasitäre Mistelzweig, der auf dem Maulbeerbaum wächst — ist ein vielseitiges Arzneimittel der mittleren Klasse. Es vereint zwei Wirkrichtungen: Es vertreibt Wind–Feuchtigkeit aus Knochen und Sehnen und tonisiert gleichzeitig Leber und Niere. Diese Doppelwirkung macht es besonders wertvoll bei älteren Patienten mit Gelenkbeschwerden und zugrunde liegendem Nieren–Mangel.

Wirkung aus westlicher Sicht

Flavonoide und Polysaccharide in Sang Ji Sheng zeigen in Studien blutdrucksenkende, antioxidative und osteoprotektive Eigenschaften. Klinische Untersuchungen bestätigen positive Effekte bei Hypertonie und Osteoarthritis.

Wirkung aus TCM–Sicht

Sang Ji Sheng vertreibt Wind–Feuchtigkeit und stärkt Sehnen und Knochen. Es tonisiert Leber– und Nieren–Yin und wird bei Rückenschmerzen, Kniebeschwerden und Taubheitsgefühlen eingesetzt. Darüber hinaus beruhigt es den Fötus und wird in der Schwangerschaft bei drohender Fehlgeburt durch Nieren–Mangel verwendet. Es senkt zudem leicht den Blutdruck.

TCM–Anwendung: Sang Ji Sheng

Anwendung & Dosierung

10–20 g im Dekokt Bei Schwangerschaftsschutz: 15–30 g Als Tee (langfristige Einnahme): 10–15 g

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tee

Dosierung

10–20 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Du Zhong und Niu Xi bei Rücken– und Knieschmerzen durch Leber– und Nieren–Mangel — das klassische Trio für Sehnen und Knochen. Mit Xu Duan und E Jiao bei drohender Fehlgeburt durch Nieren–Mangel. Mit Qin Jiao und Fang Feng bei Wind–Feuchtigkeit–Bi mit Schwäche von Leber und Niere.

Geschichte & Tradition

Sang Ji Sheng wurde im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel für Sehnen und Knochen beschrieben und findet sich in zahlreichen klassischen Rezepturen gegen Bi–Syndrome. Der Name Sāng Jì Shēng bedeutet wörtlich Maulbeerbaum–Parasit–Leben — ein präziser Hinweis auf die parasitäre Lebensweise der Pflanze auf dem Maulbeerbaum (Sang). Nur die vom Maulbeerbaum geerntete Mistel gilt als medizinisch hochwertig.

Kontraindikationen & Vorsicht

Vorsicht bei Feuchtigkeit–Hitze — Sang Ji Sheng kann durch seine tonisierende Wirkung Feuchtigkeit verstärken. Nicht als alleiniges Mittel bei akuten Bi–Syndromen mit starker Schwellung und Rötung (Hitze–Bi) einsetzen.

Pflanzenfoto: Sang Ji Sheng

Botanik

Taxillus chinensis ist eine halbparasitäre Pflanze aus der Familie der Riemenblumengewächse, die auf verschiedenen Bäumen wächst. Die auf dem Maulbeerbaum (Morus alba) wachsende Varietät wird bevorzugt. Verwendet werden die beblätterten Zweige. Vorkommen: Süd– und Zentralchina (Guangxi, Guangdong, Yunnan).

Erntezeit

Ganzjährig (bevorzugt Winter)

Verarbeitung

Getrocknet, in Stücke geschnitten

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