Sang Ji Sheng — Maulbeer–Mistel
Sang Ji Sheng — der parasitäre Mistelzweig, der auf dem Maulbeerbaum wächst — ist ein vielseitiges Arzneimittel der mittleren Klasse. Es vereint zwei Wirkrichtungen: Es vertreibt Wind–Feuchtigkeit aus Knochen und Sehnen und tonisiert gleichzeitig Leber und Niere. Diese Doppelwirkung macht es besonders wertvoll bei älteren Patienten mit Gelenkbeschwerden und zugrunde liegendem Nieren–Mangel.
Wirkung aus westlicher Sicht
Flavonoide und Polysaccharide in Sang Ji Sheng zeigen in Studien blutdrucksenkende, antioxidative und osteoprotektive Eigenschaften. Klinische Untersuchungen bestätigen positive Effekte bei Hypertonie und Osteoarthritis.
Wirkung aus TCM–Sicht
Sang Ji Sheng vertreibt Wind–Feuchtigkeit und stärkt Sehnen und Knochen. Es tonisiert Leber– und Nieren–Yin und wird bei Rückenschmerzen, Kniebeschwerden und Taubheitsgefühlen eingesetzt. Darüber hinaus beruhigt es den Fötus und wird in der Schwangerschaft bei drohender Fehlgeburt durch Nieren–Mangel verwendet. Es senkt zudem leicht den Blutdruck.
Kombinationen & Formeln
Mit Du Zhong und Niu Xi bei Rücken– und Knieschmerzen durch Leber– und Nieren–Mangel — das klassische Trio für Sehnen und Knochen. Mit Xu Duan und E Jiao bei drohender Fehlgeburt durch Nieren–Mangel. Mit Qin Jiao und Fang Feng bei Wind–Feuchtigkeit–Bi mit Schwäche von Leber und Niere.
Geschichte & Tradition
Sang Ji Sheng wurde im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel für Sehnen und Knochen beschrieben und findet sich in zahlreichen klassischen Rezepturen gegen Bi–Syndrome. Der Name Sāng Jì Shēng bedeutet wörtlich Maulbeerbaum–Parasit–Leben — ein präziser Hinweis auf die parasitäre Lebensweise der Pflanze auf dem Maulbeerbaum (Sang). Nur die vom Maulbeerbaum geerntete Mistel gilt als medizinisch hochwertig.
Kontraindikationen & Vorsicht
Vorsicht bei Feuchtigkeit–Hitze — Sang Ji Sheng kann durch seine tonisierende Wirkung Feuchtigkeit verstärken. Nicht als alleiniges Mittel bei akuten Bi–Syndromen mit starker Schwellung und Rötung (Hitze–Bi) einsetzen.
Botanik
Taxillus chinensis ist eine halbparasitäre Pflanze aus der Familie der Riemenblumengewächse, die auf verschiedenen Bäumen wächst. Die auf dem Maulbeerbaum (Morus alba) wachsende Varietät wird bevorzugt. Verwendet werden die beblätterten Zweige. Vorkommen: Süd– und Zentralchina (Guangxi, Guangdong, Yunnan).
Erntezeit
Ganzjährig (bevorzugt Winter)
Verarbeitung
Getrocknet, in Stücke geschnitten
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