Yan Hu Suo — Lerchensporn–Rhizom

Die Schmerzknolle — das stärkste pflanzliche Analgetikum der TCM

Moderne Forschung bestätigt, was die TCM seit Jahrhunderten weiß: Yan Hu Suo enthält Tetrahydropalmatin, ein Alkaloid mit nachgewiesener schmerzstillender Wirkung, die an die Dopamin–Rezeptoren des Gehirns bindet — das stärkste pflanzliche Analgetikum der chinesischen Medizin.

Lerchensporn–Rhizom Corydalis Rhizoma 延胡索 Yan Hu Suo

Geschmack Scharf, Bitter
Temperatur Warm
Meridian Herz, Leber, Milz
Pflanzenteil Knolle
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Blood moving

Helps with Stagnation

Yan Hu Suo — die Knolle von Corydalis yanhusuo — ist das wirksamste schmerzstillende Kraut der gesamten TCM–Pharmakopöe. Li Shí Zhēn schrieb: „Yan Hu Suo kann alle Schmerzen des Körpers behandeln." Es bewegt sowohl Qi als auch Blut und durchbricht Stagnation in allen Bereichen des Körpers. Die Knolle enthält über 20 Alkaloide, von denen Tetrahydropalmatin (THP) das stärkste analgetische Potenzial besitzt. In der modernen chinesischen Medizin wird gereinigtes THP als eigenständiges Schmerzmittel eingesetzt — ein seltenes Beispiel für die erfolgreiche Isolation eines TCM–Wirkstoffs.

Wirkung aus westlicher Sicht

Corydalis yanhusuo enthält Protoberberine, Protopine und Benzylisochinolin–Alkaloide. Tetrahydropalmatin (THP, auch d–Corydalis–B) ist ein nachgewiesener Dopamin–D₂–Rezeptor–Antagonist mit analgetischer Wirkung. Klinische Studien aus China zeigen eine Wirksamkeit bei chronischen Schmerzzuständen vergleichbar mit niedrig dosiertem Codein, jedoch ohne Suchtpotenzial. THP wirkt zusätzlich sedierend und anxiolytisch. Neuere Forschung untersucht dehydrocorybulbin (DHCB) als nicht–süchtig machendes Analgetikum.

Wirkung aus TCM–Sicht

Yan Hu Suo belebt das Blut, bewegt das Qi und stillt Schmerzen. Er ist wirksam bei allen Arten von Schmerzen: Kopfschmerzen, Brustschmerzen, epigastrische Schmerzen, Bauchschmerzen, Dysmenorrhö, Schmerzen nach Verletzungen und Gliederschmerzen. Seine besondere Stärke liegt in der gleichzeitigen Bewegung von Qi und Blut — denn in der TCM gilt: „Wo Qi stagniert, staut sich Blut, und wo Blut staut, stagniert Qi." Essigbehandelt (Cù Yán Hú Suǒ) verstärkt sich die schmerzstillende Wirkung deutlich.

TCM–Anwendung: Yan Hu Suo

Anwendung & Dosierung

Im Dekokt 5–10 g. Essigbehandelt (Cù Zhì) für stärkere Schmerzlinderung. Als Pulver besonders wirksam: 1,5–3 g mit warmem Wasser oder Reiswein einnehmen. Als Granulat–Extrakt (5:1) typischerweise 1–2 g. Maximaldosis 15 g im Dekokt.

Darreichungsformen

Dekokt, Pulver, Granulat, Tabletten, Kapseln

Dosierung

5–10 g (Dekokt), 1,5–3 g (Pulver)

Kombinationen & Formeln

Mit Chuān Xiōng bei Kopfschmerzen durch Blut–Stase. Mit Jīn Líng Zǐ in Jīn Líng Zǐ Sǎn bei epigastrischen Schmerzen durch Leber–Qi–Stagnation mit Hitze. Mit Dāng Guī und Bái Sháo bei Dysmenorrhö. Mit Wǔ Líng Zhī und Pú Huáng bei starken Blut–Stase–Schmerzen.

Kontraindikationen & Vorsicht

Kontraindiziert in der Schwangerschaft. Vorsicht bei Blutungsneigung — Yan Hu Suo verstärkt die Blut–Bewegung. Nicht bei schwerem Blut–Mangel ohne Stase–Zeichen. In hoher Dosierung kann es Schwindel und Übelkeit verursachen.

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