Zhi Ke — Bitterorangenfrüchte

Die reife Bitterorange — bewegt das Qi und löst Völlegefühl

Die reife Bitterorange bewegt das Qi nach unten und löst Völlegefühl im Brustkorb und Bauchraum — zusammen mit Jie Geng, das nach oben wirkt, bildet sie eines der elegantesten Kräuterpaare der TCM: Eines hebt, das andere senkt, und die Mitte kommt in Fluss.

Bitterorangenfrüchte Aurantii Fructus 枳壳 Zhi Ke

Geschmack Scharf, Bitter
Temperatur Leicht kühl
Meridian Milz, Magen, Dickdarm
Pflanzenteil Frucht
Klasse Mittlere Klasse
Wirkrichtung Qi moving

Helps with Stagnation

Zhi Ke — die reife Frucht der Bitterorange (Citrus aurantium) — ist eines der meistverwendeten Qi–regulierenden Kräuter der chinesischen Medizin. Im Unterschied zu Zhi Shi, der unreifen Frucht derselben Pflanze, wirkt Zhi Ke milder und wird bei leichterer Qi–Stagnation bevorzugt. Es gehört zur mittleren Klasse und ist besonders bei Völlegefühl, Blähungen und stagnativem Druck im Oberbauch bewährt.

Wirkung aus westlicher Sicht

Synephrin, Hesperidin und Naringin sind die Hauptwirkstoffe. Synephrin zeigt prokinetische Wirkungen auf den Gastrointestinaltrakt und fördert die Magenentleerung. Hesperidin wirkt entzündungshemmend und gefäßschützend. Studien belegen eine verbesserte Darmmotilität. Vorsicht: Synephrin kann in hohen Dosen kardiovaskuläre Nebenwirkungen haben.

Wirkung aus TCM–Sicht

Zhi Ke bewegt das Qi und weitet den Brustkorb. Es löst Qi–Stagnation im mittleren und oberen Erwärmer — besonders bei Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen und Druckgefühl unter den Rippen. Im Vergleich zu Zhi Shi bricht Zhi Ke die Stagnation weniger drastisch und eignet sich besser für chronische oder mildere Zustände. Es senkt aufsteigendes Qi und wird bei Qi–bedingtem Brustengegefühl eingesetzt.

Anwendung & Dosierung

3–10 g im Dekokt (Standarddosis) In Kombination mit Jie Geng: je 3–6 g Niedrig dosieren bei Schwäche der Mitte

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Tabletten

Dosierung

3–10 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Chen Pi bildet Zhi Ke ein bewährtes Paar zur Qi–Regulierung bei Verdauungsbeschwerden — Chen Pi transformiert zusätzlich Feuchtigkeit. Mit Chai Hu und Bai Shao in der Rezeptur Si Ni San bei Leber–Qi–Stagnation mit Bauchschmerzen und emotionaler Anspannung. Mit Jie Geng reguliert es den Qi–Fluss im Brustbereich — Jie Geng hebt, Zhi Ke senkt — eine klassische Aufstieg–Abstieg–Kombination.

Kontraindikationen & Vorsicht

Nicht anwenden in der Schwangerschaft — die Qi–bewegende Wirkung kann den Fötus schädigen. Vorsicht bei Milz–Qi–Mangel und allgemeiner Schwäche — die absenkende Wirkung kann die Mitte weiter schwächen. Bei starkem Qi–Mangel nur in Kombination mit tonisierenden Kräutern verwenden.

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