Mo Yao — Myrrhe
Mo Yao — das Harz des Myrrhebaums Commiphora myrrha — ist ein klassisches Blut belebendes und Schmerz stillendes Arzneimittel der TCM. Es gehört zur mittleren Klasse und wird seit der Antike sowohl innerlich bei Blut–Stagnation als auch äußerlich zur Wundheilung eingesetzt. In der westlichen Tradition ist Myrrhe als eines der drei Geschenke der Heiligen Drei Könige bekannt.
Wirkung aus westlicher Sicht
Sesquiterpene und Furanodienterpenoide in Myrrhe zeigen in Studien entzündungshemmende, analgetische und antimikrobielle Eigenschaften. Klinische Untersuchungen belegen eine beschleunigte Wundheilung und positive Effekte bei Arthritis.
Wirkung aus TCM–Sicht
Mo Yao belebt das Blut, löst Stagnation und stillt Schmerzen. Es reduziert Schwellungen und fördert die Gewebeheilung. Die Schmerzlinderung tritt besonders bei fixierten, stechenden Schmerzen ein — dem klassischen Zeichen von Blut–Stagnation.
Kombinationen & Formeln
Mit Ru Xiang (Weihrauch) bildet es das berühmteste Paar der TCM zur Blut–Belebung und Schmerzlinderung — die beiden werden fast immer gemeinsam eingesetzt. Mit Dang Gui und Chuan Xiong bei traumatischen Verletzungen mit Blut–Stagnation. Äußerlich mit Xue Jie (Drachenblut) als Wundpulver bei schlecht heilenden Wunden.
Geschichte & Tradition
Mo Yao gelangte über die Seidenstraße und die maritime Handelsroute aus Ostafrika und der Arabischen Halbinsel nach China. Im Kāi Bǎo Běn Cǎo (973 n. Chr.) der Song–Dynastie wird es erstmals systematisch als chinesisches Arzneimittel beschrieben. Der Name Mò Yào leitet sich vom arabischen Wort murr (bitter) ab — ein Hinweis auf den charakteristisch bitteren Geschmack des Harzes.
Kontraindikationen & Vorsicht
Kontraindiziert in der Schwangerschaft — Mo Yao bewegt das Blut stark und kann Uteruskontraktionen fördern. Nicht anwenden bei starken Blutungen ohne Stagnation. Kann bei empfindlichem Magen Übelkeit verursachen — Einnahme nach dem Essen empfohlen.
Botanik
Commiphora myrrha ist ein kleiner, dorniger Baum oder Strauch aus der Familie der Balsambaumgewächse. Das Harz tritt spontan oder durch Einschnitte in die Rinde aus und härtet an der Luft zu rötlich–braunen, irregulären Klumpen aus. Vorkommen: Somalia, Äthiopien, Jemen, Saudi–Arabien. China importiert den gesamten Bedarf.
Erntezeit
Ganzjährig (Harzgewinnung)
Verarbeitung
Roh oder mit Essig präpariert (Cu Mo Yao)
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