Hu Ma Ren — Leinsamen

Leinsamen — nährt Yin, befeuchtet den Darm, stärkt Leber und Niere

Bereits im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng wird der Leinsamen als Mittel der oberen Klasse geführt, das die Fünf Organe nährt und den Darm geschmeidig hält — eine der ältesten dokumentierten Anwendungen eines Samens als Yin–nährendes Gleitmittel.

Leinsamen Lini Semen 胡麻仁 Hu Ma Ren

Geschmack Süß
Temperatur Neutral
Meridian Leber, Niere, Dickdarm
Pflanzenteil Samen
Klasse Obere Klasse
Wirkrichtung Yin nährend

Aide pour Yang & Yin

Hu Ma Ren — der Sesam– oder Leinsamen — ist ein sanftes, nährendes Kraut, das Yin und Blut auffüllt und den Darm befeuchtet. In der TCM wird Hu Ma Ren seit dem Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel der Oberen Klasse geschätzt — es nährt die Essenz, stärkt Leber und Niere und macht das Haar wieder schwarz. Sein öliger, befeuchtender Charakter gleicht Trockenheit aus — besonders bei älteren Menschen mit Verstopfung durch Blut– und Yin–Mangel.

Wirkung aus westlicher Sicht

Lignane, Omega–3–Fettsäuren und Schleimstoffe — die Hauptwirkstoffe — zeigen in Studien cholesterinsenkende und entzündungshemmende Eigenschaften. Forschungen belegen eine Verbesserung der Darmpassage durch Schleimstoffe und Öle. Die Lignane Secoisolariciresinol und Matairesinol wirken antioxidativ und zeigen in Studien östrogenmodulierende Effekte. Hepatoprotektive Wirkung wurde im Tiermodell nachgewiesen.

Wirkung aus TCM–Sicht

Hu Ma Ren nährt Leber– und Nieren–Yin und stärkt die Essenz — besonders bei vorzeitigem Ergrauen, Schwindel und verschwommenem Sehen durch Leber–Blut–Mangel. Es befeuchtet den Darm und fördert den Stuhlgang — weshalb es bei chronischer Verstopfung durch Blut–Trockenheit eingesetzt wird. Zudem nährt es Haut und Haare — bei trockener Haut, brüchigen Nägeln und Haarausfall. In der Rezeptur Sang Ma Wan stärkt es gemeinsam mit Sang Ye die Leber.

TCM–Anwendung: Hu Ma Ren

Anwendung & Dosierung

10–30 g im Dekokt (Standarddosis) Gestoßen oder gemahlen für bessere Wirkstofffreisetzung Als Brei oder Paste auch in der Ernährungstherapie

Darreichungsformen

Dekokt, Pulver, Paste, Nahrungsergänzung, Öl

Dosierung

10–30 g (Dekokt)

Kombinationen & Formeln

Mit Sang Ye bildet Hu Ma Ren die Rezeptur Sang Ma Wan — gegen Schwindel und verschwommenes Sehen durch Leber–Yin–Mangel. Mit He Shou Wu und Gou Qi Zi stärkt es Leber und Niere bei vorzeitigem Ergrauen und Haarausfall. Mit Dang Gui und Huo Ma Ren befeuchtet es den Darm bei chronischer Verstopfung durch Blut–Mangel. Mit Shu Di Huang nährt es das Nieren–Yin bei Erschöpfung und Rückenschmerzen.

Kontraindikationen & Vorsicht

Nicht anwenden bei Milz–Schwäche mit Durchfall — Hu Ma Ren ist ölig und befeuchtend und kann den Durchfall verschlimmern. Vorsicht bei Schleim–Feuchtigkeit mit Völlegefühl und Übelkeit. Bei weichem Stuhl ist die abführende Wirkung unerwünscht.

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