Shan Yao — Chinesische Yamswurzel

Die sanfte Yamswurzel — stärkt Milz, Lunge und Niere zugleich

Die chinesische Yamswurzel gehört zu den seltenen Arzneien, die gleichzeitig drei Funktionskreise tonisieren: Milz, Lunge und Niere. So mild und nahrhaft, dass sie auch als Nahrungsmittel gilt, empfahl Zhang Zhongjing sie als Grundlage der berühmten Nieren–Pille Liù Wèi Dì Huáng Wán.

Igname chinoise Dioscoreae Rhizoma 山药 Shan Yao

Geschmack Süß
Temperatur Neutral
Meridian Milz, Lunge, Niere
Pflanzenteil Rhizom
Klasse Obere Klasse
Wirkrichtung Qi tonisierend

Aide pour Déficit de Qi

Shan Yao — das Rhizom der chinesischen Yamspflanze Dioscorea opposita — gehört zur oberen Klasse des Shén Nóng Běn Cǎo Jīng und ist eines der vielseitigsten Tonika der gesamten TCM. Es stärkt gleichzeitig drei Organe: Milz, Lunge und Niere. Als mildes, nahrungsnahes Arzneimittel eignet es sich hervorragend für die langfristige Einnahme — besonders bei Kindern, älteren Menschen und Rekonvaleszenten.

Wirkung aus westlicher Sicht

Diosgenin und Polysaccharide in Shan Yao zeigen in Studien antidiabetische Eigenschaften — sie verbessern die Insulinsensitivität und regulieren den Blutzucker. Weitere Studien belegen immunmodulierende, antioxidative und präbiotische Effekte, die die Darmgesundheit fördern.

Wirkung aus TCM–Sicht

Shan Yao tonisiert das Milz–Qi und stoppt Durchfall. Es nährt das Lungen–Yin und lindert chronischen Husten. Über seinen Nieren–Bezug festigt es die Essenz und wird bei Spermatorrhoe, Fluor und häufigem Wasserlassen eingesetzt. Seine neutrale Temperatur macht es besonders verträglich — es tonisiert, ohne zu stauen oder zu erhitzen.

TCM–Anwendung: Shan Yao

Anwendung & Dosierung

10–30 g im Dekokt Frisch: 30–60 g (in Suppen und Congee) Als Pulver: 6–10 g Kann auch als Nahrungsmittel langfristig eingenommen werden

Darreichungsformen

Dekokt, Granulat, Pulver, Congee, Suppe, gedämpft

Dosierung

10–30 g (Dekokt), 30–60 g (frisch)

Kombinationen & Formeln

Mit Bai Zhu und Fu Ling in Shen Ling Bai Zhu San — der Standardrezeptur bei Milz–Qi–Mangel mit Feuchtigkeit und Durchfall. Mit Shu Di Huang und Shan Zhu Yu in Liu Wei Di Huang Wan — der berühmten Sechs–Geschmäcker–Pille zur Nieren–Yin–Nährung. Mit Huang Qi und Dang Shen bei chronischer Erschöpfung durch Milz– und Lungen–Qi–Mangel.

Geschichte & Tradition

Shan Yao wurde im Shén Nóng Běn Cǎo Jīng als Mittel der oberen Klasse geführt und hieß ursprünglich Shǔ Yù. Der Name wurde in der Tang–Dynastie geändert, um den Vornamen des Kaisers Daizong (Li Yu) zu vermeiden — eine übliche Praxis der Namenstabuisierung. Zhang Zhongjing verwendete es in der berühmten Rezeptur Shén Qì Wán (Nieren–Qi–Pille). Der heutige Name Shān Yào bedeutet Berg–Arznei — ein Hinweis auf den bevorzugten Standort in bergigen Regionen.

Kontraindikationen & Vorsicht

Vorsicht bei Nahrungsstagnation und Völlegefühl — die tonisierende Wirkung kann Stauungen verschlimmern. Nicht bei akuter Feuchtigkeit–Hitze im Darm mit Durchfall einsetzen. Die rohe Knolle kann bei Hautkontakt Juckreiz verursachen (Calciumoxalat–Kristalle).

Pflanzenfoto: Shan Yao

Botanik

Dioscorea opposita (syn. D. polystachya) ist eine windende Kletterpflanze aus der Familie der Yamswurzelgewächse. Das stärkereiche Rhizom kann über einen Meter lang werden und wird im Winter geerntet. Die beste Qualität stammt aus Jiaozuo (Henan) — dort als Huai Shan Yao bekannt. Vorkommen: Ganz China, bevorzugt in bergigen Regionen. Hauptanbaugebiete: Henan (Huai–Region), Shandong, Hebei.

Erntezeit

Winter (nach dem Absterben der oberirdischen Teile)

Verarbeitung

Geschält, getrocknet; beste Qualität: Huai Shan Yao aus Henan, teilweise mit Schwefel gebleicht (unbehandelt bevorzugen)

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